Irans digitale Kriegsführung: Propaganda mit Popkultur und KI
Wichtige Fakten
- • Iran setzt virale KI-Videos und Memes gegen USA und Israel ein.
- • Botschaftskanäle verbreiten Propaganda mit Popkultur-Referenzen.
- • Die Propaganda ist flexibel und spricht verschiedene Zielgruppen an.
- • Nicht nur Regimeanhänger, sondern auch westliche Nutzer teilen die Inhalte.
- • Ein Berliner YouTuber profitiert mit Merchandinse zum Thema.
Irans Propaganda im digitalen Zeitalter
Das iranische Regime und seine Anhänger setzen in ihrer Kriegsführung auf die Macht viralen Contents in sozialen Medien. KI-generierte Videos, Memes mit Popkultur-Referenzen und parodistische Songs erreichen ein globales Publikum. Ein Beispiel ist ein Video, das US-Präsident Donald Trump mit einer KI-Stimme zeigt, der zur Melodie des Hits "Voyage, Voyage" singt. Geteilt wurde es unter anderem von der iranischen Botschaft in Südafrika.
Flexible Propagandastrategie
Der Konfliktforscher Tareq Sydiq von der Universität Marburg erklärt, dass die iranische Propaganda flexibel sei und unterschiedliche Gruppen anspreche. Mal positioniere sich Iran als David gegen Goliath, mal als Kämpfer des globalen Südens gegen US-Imperialismus. Die Hiebe gegen USA und Israel seien auch bei Menschen anschlussfähig, die die westliche Kriegsführung kritisieren. Die Inhalte bedienen einen Zeitgeist und werden oft ironisch geteilt, was die propagandistische Absicht verschleiere.
Die Witze und lustigen Videos sind jedoch nicht für die Iraner selbst bestimmt – das Misstrauen des Regimes in die eigene Bevölkerung äußert sich in einer nahezu vollständigen Lahmlegung des Internets im Land.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.