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Inland 01.04.2026, 14:52

Irritationen um Rückkehrquote syrischer Flüchtlinge nach Merz-Besuch

Bundeskanzler Merz nannte eine Rückkehrquote von 80 Prozent in drei Jahren.

Wichtige Fakten

  • Bundeskanzler Merz nannte eine Rückkehrquote von 80 Prozent in drei Jahren.
  • Syriens Übergangspräsident al-Scharaa widersprach und sagte, Merz habe die Zahl genannt.
  • Die Rückkehr sei an Wiederaufbau und Arbeitsplatzschaffung in Syrien gebunden.
  • SPD und Grüne kritisieren Merz für unrealistische Erwartungen und Vertrauensverlust.
  • Wirtschaftsinstitute warnen vor negativen Folgen für den deutschen Arbeitsmarkt.

Irritationen über Rückkehrquote

Nach dem Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin gibt es Widersprüche über Aussagen zu einer möglichen Rückkehrquote für geflüchtete Syrer aus Deutschland. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte nach dem Treffen eine Quote von "80 Prozent innerhalb von drei Jahren" genannt und später betont, die Zahl stamme von al-Scharaa. Der Übergangspräsident widersprach jedoch bei einer Veranstaltung in London und erklärte, Merz habe die Aussage getätigt, während er selbst die Rückkehr an Bedingungen wie Wiederaufbau und Arbeitsplatzschaffung in Syrien koppelte.

Reaktionen aus Politik und Wirtschaft

Die Bundesregierung versucht, die Diskussion zu beenden, und betont die Einigung auf eine signifikante Rückkehr, ohne sich auf konkrete Zahlen festzulegen. Koalitionspartner SPD und die Grünen kritisieren Merz für das Nennen unrealistischer Zahlen, die Erwartungen wecken und das Vertrauen in die Politik beschädigen könnten. Wirtschaftsinstitute wie das Ifo-Institut warnen, dass eine Rückkehr in diesem Umfang dem deutschen Produktionspotenzial schaden und den Fachkräftemangel verschärfen würde, da viele Syrer in systemrelevanten Berufen arbeiten.

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