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Politik 27.04.2026, 11:34

Israel: Bennett und Lapid schmieden Anti-Netanjahu-Bündnis

Bennett und Lapid gründen gemeinsame Partei "Gemeinsam".

Wichtige Fakten

  • Bennett und Lapid gründen gemeinsame Partei "Gemeinsam".
  • Sie wollen Netanjahu bei der Wahl am 27. Oktober besiegen.
  • Bennett lehnt eine Koalition mit arabischen Parteien ab.
  • Eine Umfrage sieht Bennett gleichauf mit Netanjahus Likud.
  • Ex-Generalstabschef Eisenkot wurde eingeladen, sich anzuschließen.

Netanjahu-Konkurrenz: Neues Bündnis aus Bennett und Lapid

Israels ehemalige Ministerpräsidenten Naftali Bennett (rechts) und Jair Lapid (zentristisch) haben ein gemeinsames Wahlbündnis namens „Gemeinsam“ angekündigt, mit dem Ziel, Langzeit-Regierungschef Benjamin Netanjahu bei der Parlamentswahl im Oktober 2026 zu besiegen. Beide Politiker betonten bei einer Pressekonferenz, dass die Ära der Spaltung vorbei sei. Sie wollen das Land politisch erneuern und die Gesellschaft einen. Das Bündnis hat laut jüngsten Umfragen realistische Chancen: Eine Erhebung für die Zeitung Maariv sah Bennetts eigene Partei gleichauf mit Netanjahus Likud bei 24 Sitzen, Lapids Jesch Atid bei sieben. Ob sich auch der ehemalige Generalstabschef Gadi Eisenkot mit seiner Partei Jashar (12 Sitze) anschließt, ist noch offen. Eine Koalition mit arabischen Parteien schloss Bennett ausdrücklich aus – anders als 2021, als er und Lapid mit der Vereinigten Arabischen Liste eine nur 18 Monate haltende Regierung bildeten.

Gemeinsame Vergangenheit und programmatische Differenzen

Bennett und Lapid stammen aus unterschiedlichen Lagern, vereint sie doch die Ablehnung Netanjahus. Bennett, ein religiöser Ex-Tech-Unternehmer und früherer Elitesoldat, vertritt nationalreligiöse Positionen; Lapid, ein säkularer Ex-Fernsehmoderator, spricht die liberale Mittelschicht an. Trotz ihrer Unterschiede betonen beide, dass sie für das Land zusammenstehen. Bennett hat sich zuletzt für liberale Reformen ausgesprochen, etwa die Zivilehe und den Schabbat-Verkehr. Ein zentrales Thema ihrer Kampagne ist die Wehrpflicht: Die ultrareligiösen Koalitionspartner Netanjahus fordern weitergehende Ausnahmen, was Militär und säkulare Israelis zunehmend verstimmt. Netanjahu selbst versucht, das Bündnis mit dem Hinweis auf die kurzlebige Koalition von 2021 zu diskreditieren und stellte auf Telegram ein Foto von Bennett und Lapid mit dem damaligen Arab-Partei-Chef Mansour Abbas ein mit den Worten: „Sie haben es schon einmal gemacht, sie werden es wieder tun.“ Die Wahl ist für Ende Oktober angesetzt.

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