Italiens EU-Wiederaufbauprogramm: Zwischenbilanz fällt gemischt aus
Wichtige Fakten
- • Italien hat rund 200 Milliarden Euro aus dem EU-Wiederaufbaufonds erhalten.
- • Experten bemängeln zu schnelle Mittelvergabe, Bürokratie und fehlende Folgekosten.
- • Die Regierung Meloni verweist auf 660.000 Einzelprojekte und Einhaltung des Zeitplans.
- • Der Trevi-Brunnen wurde mit rund 330.000 Euro aus EU-Geldern renoviert.
- • Wachstumsraten bleiben unter einem Prozent, Kredite müssen zurückgezahlt werden.
Bilanz des Wiederaufbauprogramms
Das mit EU-Mitteln finanzierte italienische Wiederaufbauprogramm PNRR ist Ende August ausgelaufen. Rund 200 Milliarden Euro wurden mobilisiert, um Infrastruktur, Digitalisierung, Energie und kulturelles Erbe zu fördern. Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni zog eine positive Bilanz: 660.000 Einzelprojekte seien gefördert worden und man habe den Zeitplan eingehalten.
Kritik von Experten
Ökonomen wie Tito Boeri von der Universität Mailand sehen das anders: „Zu viel Geld abgerufen“, die Investitionen würden oft nicht nachhaltig wirken. Auch Luca Del Poggetto von OpenPolis verweist auf enorme bürokratische Herausforderungen. Sorgen bereiten zudem die Folgekosten der Bauprojekte – für Unterhalt und Pflege fehle später das Geld.
Projekte und Wirkung
Beispielhaft steht die Renovierung des Trevi-Brunnens in Rom, die mit rund 330.000 Euro aus Brüssel gefördert wurde. Experten bezweifeln jedoch, dass die massive Kreditaufnahme das Wachstum nachhaltig ankurbeln wird: Italiens Wirtschaft wächst weiterhin unter einem Prozent. Die Rückzahlung der Kredite werde so zur Hypothek.
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