Grenzstreit zwischen Spanien und Italien: Vorwürfe gegen Russland und Israel
Wichtige Fakten
- • Italien verlängert Grenzkontrollen zu Spanien um 15 Tage
- • Spanien reagiert mit Gegenkontrollen für Italien-Reisende
- • Sánchez sieht Falschmeldungen von Russland und Israel
- • Ceuta: Über 70.000 Migranten, mindestens 100 Tote
- • Spanien weist Marokko-Verwicklung zurück
Italien und Spanien verlängern Grenzkontrollen
Im Streit um den Umgang mit Migranten hat Italien die Grenzkontrollen zu Spanien um weitere 15 Tage verlängert, wie das Innenministerium in Rom mitteilte. Als Reaktion darauf kündigte Spanien ebenfalls eine Verlängerung seiner Kontrollen für Reisende aus Italien an. Die Maßnahme war von der Regierung Meloni ergriffen worden, nachdem Zehntausende Migranten die spanische Exklave Ceuta gestürmt hatten. Kritiker werfen Rom Symbolpolitik vor, da es keine Hinweise auf Migrantenbewegungen nach Italien gebe.
Sánchez erhebt Vorwürfe gegen Russland und Israel
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte im Radiosender SER, dass die Ermittlungen zu den Vorkommnissen andauern. Er beschuldigte soziale Netzwerke mit Verbindungen zu Russland und Israel, mit Falschmeldungen den Massenandrang angeheizt zu haben. Untersuchungen des EU-Diplomaten wiesen auf diese Akteure hin. Israel wies die Anschuldigung als "dreiste Lüge" zurück, auch Moskau dementierte. Sánchez betonte, die Krise zeige, wie Desinformation Migration instrumentalisiere.
Keine Belege für Marokkos Beteiligung
Sánchez stellte klar, dass es keine Hinweise auf eine Beteiligung Marokkos an dem Ansturm gebe. Marokko habe kooperiert, erklärte er. Am 30. und 31. Juli hatten mehr als 72.000 Migranten die Grenze irregulär überquert, mindestens 100 starben. Spanische Oppositionsparteien hatten Marokko vorgeworfen, den Ansturm zugelassen zu haben, während Sánchez eine "internationale rechtsextreme Bewegung" für die Spaltung Europas kritisierte.
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