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Wirtschaft 03.06.2026, 08:24 Aktualisiert: 03.06.2026, 12:01

Jeder dritte Mieterhaushalt in Deutschland überlastet

3,2 Millionen Mieterhaushalte zahlen über 40% ihres Einkommens für Wohnen.

Wichtige Fakten

  • 3,2 Millionen Mieterhaushalte zahlen über 40% ihres Einkommens für Wohnen.
  • Betroffen sind vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen.
  • Die höchsten Mietsteigerungen gibt es in Großstädten wie Berlin.
  • Mieterbund fordert schärfere Mietpreisbremse und mehr Sozialwohnungen.

Studie: Jeder dritte Mieterhaushalt überlastet

Laut einer aktuellen Studie des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU) im Auftrag des Deutschen Mieterbunds sind rund 6,6 Millionen Mieterhaushalte in Deutschland von Kaltmiete und Heizkosten überlastet – das ist jeder dritte Mieterhaushalt. Davon zahlen 3,2 Millionen Haushalte mehr als 40 Prozent ihres Nettoeinkommens für Wohnen, weitere 3,4 Millionen zwischen 30 und 40 Prozent. Die Präsidentin des Mieterbunds, Melanie Weber-Moritz, bezeichnet die Zahlen als „alarmierend“ und fordert schnelle Maßnahmen von der Bundesregierung.

Niedrige Einkommen besonders betroffen

42 Prozent der Mieterhaushalte (8,3 Millionen) gehören zum unteren Einkommensdrittel mit einem durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommen von 1.417 Euro monatlich. Diese Gruppe sei am „finanziellen Limit“; die untersten zehn Prozent der Einkommensverteilung hätten eine durchschnittliche Wohnkostenbelastung von 60 Prozent. Besonders drastisch fallen die Mietsteigerungen in Großstädten aus: In Berlin liegen die Mieten für nach 2020 eingezogene Haushalte 29 Prozent über dem Durchschnitt, in München 26 und in Frankfurt 25 Prozent.

Mieterbund fordert politisches Eingreifen

Weber-Moritz verlangt eine strengere Ahndung von Mietwucher, eine Verschärfung der Mietpreisbremse und deren bundesweite Entfristung. Zudem solle der Bestand an Sozialwohnungen bis 2030 von 1,1 auf mindestens zwei Millionen steigen. Auch öffentliche Wohnungen seien nötig, um ein dauerhaft bezahlbares Segment im Mietmarkt zu schaffen. Das Statistische Bundesamt gibt zwar niedrigere Überlastungszahlen an, räumt aber ein, dass Deutschland mit 11,2 Prozent betroffener Haushalte (Miete und Eigentum, Grenze bei 40 Prozent) über dem EU-Schnitt liegt.

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