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Klima 06.03.2026, 14:00 Aktualisiert: 06.03.2026, 18:12

Klimakrise beschleunigt sich: Erderwärmung nimmt zu, Gebäudesektor droht Ziele zu verfehlen

Die globale Temperatur stieg in den letzten 10 Jahren um 0,35°C, fast doppelt so schnell wie zuvor.

Wichtige Fakten

  • Die globale Temperatur stieg in den letzten 10 Jahren um 0,35°C, fast doppelt so schnell wie zuvor.
  • 2024 überschritt erstmals die 1,5-Grad-Grenze des Pariser Abkommens.
  • Das geplante Heizungsgesetz könnte Deutschlands CO2-Zielverfehlung bis 2030 um 5-8 Mio. Tonnen erhöhen.
  • Die Abschaffung der 65-Prozent-Regel bremst den Umstieg auf erneuerbare Wärme.
  • Bei Fortsetzung der Erwärmungsrate könnte die 1,5-Grad-Grenze vor 2030 überschritten werden.

Erderwärmung beschleunigt sich deutlich seit 2015

Eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) bestätigt, dass sich die globale Erwärmung in den letzten zehn Jahren deutlich beschleunigt hat. Die Temperatur stieg um etwa 0,35 Grad Celsius, fast doppelt so schnell wie im Durchschnitt der Jahrzehnte zuvor (1970-2015: 0,2 Grad pro Jahrzehnt). Die Forscher Grant Foster und Stefan Rahmstorf haben dies in einer in Geophysical Research Letters veröffentlichten Studie nachgewiesen, indem sie natürliche Einflüsse wie El Niño herausgerechnet haben, um das langfristige Erwärmungssignal klarer hervorzuheben.

2024 bricht Temperaturrekorde und überschreitet 1,5-Grad-Grenze

Im Jahr 2024 wurde erstmals die 1,5-Grad-Grenze des Pariser Abkommens überschritten, und auch nach Bereinigung natürlicher Faktoren bleibt es das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1850. Die Forscher warnen, dass bei Fortsetzung des aktuellen Erwärmungstempos diese Grenze noch vor 2030 dauerhaft überschritten werden könnte, was Extremwetterereignisse wie Hitzewellen und Stürme verschlimmern würde.

Deutschlands Gebäudesektor gefährdet Klimaziele durch geplante Gesetzesänderungen

Parallel dazu droht Deutschlands Gebäudesektor, die nationalen Klimaziele zu verfehlen. Laut einer Studie des Öko-Instituts könnte das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz die CO2-Zielverfehlung bis 2030 um weitere 5 bis 8 Millionen Tonnen erhöhen, mit einer möglichen Gesamtlücke von bis zu 33 Millionen Tonnen. Hauptgrund ist der geplante Wegfall der 65-Prozent-Regel für neue Heizungen, die bisher den Umstieg auf erneuerbare Energien wie Wärmepumpen vorantrieb.

Auswirkungen und politischer Druck

Die PIK-Forscher betonen, dass jedes Zehntelgrad die Klimakrise verschärft und zu mehr Extremwetter führt. In Deutschland betont das Öko-Institut, dass ohne ambitionierte Ausgestaltung der geplanten Bio-Treppe und Anpassungen im Mietrecht die Transformation des Wärmesektors verlangsamt wird. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) steht unter Druck, ein neues Klimaschutzprogramm vorzulegen, um die Ziele zu erreichen.

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