Waldbrände in Europa: Klimawandel als Brandbeschleuniger
Wichtige Fakten
- • Waldbrände treten durch Klimawandel bis zu 20-mal häufiger auf.
- • In Frankreich und Spanien brannten 2022 mehr als 255.000 Hektar.
- • Feuerwetterlagen verursachen komplexe Ereignisse mit Rauch- und Gewitterwolken.
- • PM2,5-Spitzenwerte erreichen 20-fachen EU-Richtwert.
Rekordsaison in Südeuropa
Die Waldbrandsaison 2022 in Spanien und Frankreich zählt zu den verheerendsten seit Jahrzehnten: Mehr als 255.000 Hektar Land sind betroffen – Tendenz steigend, hunderte Feuerwehrkräfte stehen vor technischen und taktischen Herausforderungen. Neuere Analysen des Weltklimaforschungsnetzwerks WWA zeigen, dass durch den vom Menschen verursachten Temperaturanstieg die Brandrisiken spürbar gewachsen sind, etwa weil trockenere Vegetation zunehmend leichter Feuer fängt.
Die physikalische Brandbeschleunigung
Um rund 1,5 Grad ist die Welt im Vergleich zum vorindustriellen Niveau bereits erwärmt – vor allem in Südeuropa jedoch sind zwei Grad schon erreicht. Warme, trockene Luft entzieht Böden massiv ihre übrige Feuchte, während das genannte Feuerpotential mit jedem Liter Treibhausgas exponentiell zunimmt. Zwar entzünden sich die meisten Brände drehbuchartig durch den Menschen – die Ausbreitung selbst überlassen scheint jedoch immer häufiger extremes Feuerwetter zu werden; der Forscher und Publizist Volker Quaschning von der Berliner Hochschule für Energiesysteme betont, der Klimawandel wirke so qualitativ als ein besonderer Katalysator.
Warum aus Feuer schnell Systeme werden
Zeitlich verändert sich darüber hinaus auch etwas anderes merklich – viele Großbrände treten inzwischen parallel auf und fressen damit unnötig Ressourcen samt Batterien. Extreme Rauch- und Gewitterwolken über den Hotspots machen zusätzliches Ausweichen für Löschkräfte notwendig. Vor diesem Hintergrund warnt der UFZ-Forscher das eigene System: Hilfe könne ihre fatale Kehrseite zeitgleich verlieren. Die Folge von Rauch, Erde und Feuer: die Gesundheits-Schadstoffwerte stoßen in Regionalluft – auch weit weg von den High-Performance–Landschaften – bis zu 20-mal über den erlaubten EURichtwert.
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