Kolumbiens neuer Präsident de la Espriella: Angst vor Wiederholung der Glyphosat-Ära
Wichtige Fakten
- • Amtsantritt am 07.08.2026, weniger als ein Prozentpunkt Vorsprung.
- • Plant Glyphosat-Besprühung von Koka-Feldern, Bombardierung von Guerillas, Mega-Gefängnis.
- • Kleinbauern in Putumayo fürchten wirtschaftliche Not und mehr Gewalt.
- • ELN bereitet sich auf Offensive vor, Stärke ca. 6.300 Mitglieder.
- • Kabinettsklausur mit Gebeten und Bibelverteilung, Verbündeter Trumps.
Amtsantritt mit harter Linie
Abelardo de la Espriella, neuer Präsident Kolumbiens, wurde am 7. August 2026 offiziell vereidigt. Der Ultrarechte, der sich selbst "Tiger" nennt, verspricht ein rigoroses Vorgehen gegen Drogenhandel und Koka-Anbau sowie gegen die Guerilla. Unter Beobachtern und in den Anbauregionen wächst die Sorge vor einer Wiederholung der Glyphosat-Ära der 2000er Jahre.
Sorgen in den Koka-Anbaugebieten
In Regionen wie Putumayo, einem der größten Koka-Anbaugebiete Kolumbiens, fürchten Bauern um ihre Existenz. Der Bauer Martín erklärt, er sei kein Drogenhändler, aber ohne Koka könne er nicht überleben. Bereits Anfang der 2000er Jahre ließ Präsident Álvaro Uribe Kokaplantagen mit Glyphosat vernichten – mit verheerenden Folgen für die Landbevölkerung, wie Martín berichtet. Die Angst vor erneuter wirtschaftlicher Not und eskalierender Gewalt ist groß.
Land am Wendepunkt
Zehn Jahre nach dem historischen Friedensabkommen mit der FARC-Guerilla steht Kolumbien erneut an einem Wendepunkt. Die Gewalt hat in den letzten Jahren zugenommen: Laut International Crisis Group hat sich die Zahl der Mitglieder bewaffneter Gruppen zwischen 2022 und 2025 nahezu verdoppelt. De la Espriella setzt auf Abschreckung und militärische Stärke, wie Ankündigungen zu Bombardierungen und dem Bau eines Mega-Gefängnisses zeigen. Kritiker, darunter Camilo González Posso vom Forschungsinstitut Indepaz, warnen jedoch vor einer unberechenbaren Phase neuer Gewalt und autoritärer Regierungen.
Politischer Kurswechsel
Der Amtsantritt bedeutet auch gesellschaftspolitisch einen Kurswechsel. Bei einer ersten Klausurtagung zeigte sich das Kabinett betend, und de la Espriella verteilte Bibeln. Für Catalina Martínez Coral vom Zentrum für reproduktive Rechte steht dies im Widerspruch zum laizistischen Staat Kolumbien. Zudem gilt de la Espriella als enger Verbündeter von US-Präsident Donald Trump.
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