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Inland 19.04.2026, 07:05 Aktualisiert: 19.04.2026, 18:08

Kritik an deutscher Energiepolitik: Fossile Abhängigkeiten statt Erneuerbaren-Turbo

Die Gaslobby soll Batteriespeicher in Auktionen benachteiligen.

Wichtige Fakten

  • Die Gaslobby soll Batteriespeicher in Auktionen benachteiligen.
  • Neue Gaskraftwerke mit Milliarden-Subventionen sind geplant.
  • Erneuerbare Energien sind der günstigste Teil des Stromsystems.
  • Mieter werden bei Gebäudemodernisierung benachteiligt.
  • Eine Übergewinnsteuer für Öl- und Gaskonzerne wird gefordert.

Energiepolitik im Kreuzfeuer

Carolin Dähling von der Energiegenossenschaft Green Planet Energy kritisiert die aktuelle deutsche Energiepolitik scharf. Sie sieht eine Grundsatzentscheidung zwischen einem erneuerbaren, flexiblen Energiesystem und fossilen Abhängigkeiten. Das Wirtschaftsministerium unter Katherina Reiche (CDU) wird beschuldigt, die Gaslobby zu bevorzugen und Vorschläge zur Benachteiligung von Batteriespeichern in Auktionen zu prüfen. Dähling betont, dass Erneuerbare Energien längst systemsetzend sind und für Preisstabilität stehen, während fossile Energien Kosten internationaler Konflikte importieren.

Fehlende Entlastungen und soziale Ungerechtigkeit

Die schwarz-rote Koalition hat ein "Energiesofortprogramm" beschlossen, das unter anderem einen Tankrabatt und Subventionen für neue Gaskraftwerke umfasst. Umwelt- und Sozialverbände kritisieren den fehlenden Mieterschutz in den Plänen zum Gebäudegesetz. Mieter geraten in eine fossile Kostenfalle, wenn Eigentümer steigende Energiekosten auf sie abwälzen. Gleichzeitig werden Lösungen wie Dach-Photovoltaik erschwert, was Mieterstrom gefährdet. Eine Übergewinnsteuer für Öl- und Gaskonzerne wird gefordert, um soziale Ungerechtigkeiten auszugleichen.

Atomdebatte als Ablenkung

Die Diskussion über eine Reaktivierung stillgelegter Atomkraftwerke wird als "Phantomdebatte" bezeichnet, die von den eigentlichen Aufgaben ablenkt. Der Anteil der AKW am Strommix lag nur bei sechs Prozent und wurde längst durch Erneuerbare ersetzt. Technisch, juristisch und wirtschaftlich ist eine Wiederinbetriebnahme unrealistisch. Stattdessen sollten Netze ausgebaut, Speicher hochgezogen und Flexibilität geschaffen werden, um die Energiewende voranzutreiben.

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