Kubas Wirtschaftskrise verschärft sich: Ölblockade bringt öffentliches Leben zum Erliegen
Wichtige Fakten
- • Kuba erlebt die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten mit extremen Treibstoff- und Stromengpässen.
- • Die USA verschärfen das Embargo, während Venezuela kaum noch Öl liefert – Mexiko zögert aus Furcht vor Sanktionen.
- • Der öffentliche Verkehr ist stark eingeschränkt, Schulen reduzierten Betrieb, Staatsbedienstete arbeiten nur vier Tage.
- • Die Regierung priorisiert Treibstoff für Gesundheit, Lebensmittelproduktion, Strom und Trinkwasser, doch Stromausfälle sind alltäglich.
- • Hohe Inflation und Dollarisierung machen Lebensmittel und Medikamente für viele Kubaner unerschwinglich.
Schwere Wirtschaftskrise durch Ölblockade
Kuba steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten, die sich seit Jahresbeginn durch die Verschärfung des US-Embargos erheblich verschärft hat. Die Ölzufuhr ist nahezu zum Erliegen gekommen, was zu dramatischer Treibstoffknappheit führt und das öffentliche Leben massiv einschränkt: Busse, Fähren und Züge verkehren nur sporadisch, Schulen und Universitäten haben ihre Betriebszeiten gekürzt oder die Anwesenheitspflicht ausgesetzt, und für Staatsbedienstete gilt eine Vier-Tage-Woche.
Seltenes Eingeständnis der Regierung
Der stellvertretende Premierminister Óscar Pérez-Oliva räumte im Staatsfernsehen ein, dass die Krise sowohl auf die US-Blockade als auch auf "innere Defizite" zurückzuführen sei – ein seltenes Eingeständnis der sozialistischen Mangelwirtschaft. Treibstoff wird vorrangig für das Gesundheitswesen, die Lebensmittelproduktion, die Stromerzeugung und die lebenswichtige Trinkwasserversorgung verwendet, doch großflächige Stromausfälle sind an der Tagesordnung, und viele Kubaner kochen mangels Gas wieder mit Holzkohle.
Diplomatische Spannungen und humanitäre Not
Die USA erhöhen den Druck: Präsident Donald Trump fordert Kuba offen zu einem Deal auf, und seine Sprecherin Karoline Leavitt verkündet, die kubanische Regierung stehe "auf ihrem letzten Bein kurz vor dem Kollaps". Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum bemüht sich diplomatisch um die Wiederaufnahme von Öllieferungen und kündigt humanitäre Hilfe an, steht jedoch unter der Drohung zusätzlicher US-Strafzölle. Die wirtschaftliche Not der Bevölkerung ist extrem: Hohe Inflation, Dollarisierung und ein wertloser Peso machen Grundnahrungsmittel und Medikamente für viele unerschwinglich.
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