Teilen:
Wirtschaft 12.02.2026, 07:09 Aktualisiert: 12.02.2026, 23:02

Lufthansa-Streik legt deutschen Luftverkehr lahm - Gewerkschaften drohen mit Eskalation

Piloten und Kabinenpersonal streiken für höhere Betriebsrenten und bessere Tarifverträge.

Wichtige Fakten

  • Piloten und Kabinenpersonal streiken für höhere Betriebsrenten und bessere Tarifverträge.
  • Fast 800 Flüge in Deutschland fallen aus, rund 100.000 Passagiere sind betroffen.
  • In Frankfurt wurden 450 von 1.117 geplanten Flügen gestrichen, in München 275 von 920.
  • Passagiere können auf Eurowings, Discover und Deutsche Bahn ausweichen oder digital umbuchen.
  • VC-Präsident Pinheiro schließt weitere Streiks nicht aus, wenn kein neues Angebot kommt.

Streik bei Lufthansa legt Luftverkehr lahm

Piloten und Kabinenpersonal der Lufthansa haben einen ganztägigen Streik begonnen, der den deutschen Luftverkehr massiv beeinträchtigt. Nach Angaben der Airline fallen fast 800 Flüge in Deutschland aus, von denen rund 100.000 Passagiere betroffen sind. Betroffen sind fast alle Verbindungen von deutschen Flughäfen, wobei in Frankfurt 450 von 1.117 geplanten Flügen gestrichen wurden und in München 275 von 920. Die Lufthansa wies darauf hin, dass bei den nicht bestreikten Töchtern Eurowings, Discover und City Airlines rund 400 Flüge stattgefunden haben, und Eurowings bot zusätzliche Flüge an.

Forderungen der Gewerkschaften und Reaktion der Lufthansa

Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) streikt für höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten der rund 5.000 Cockpit-Beschäftigten. VC-Präsident Andreas Pinheiro fordert ein neues Angebot der Lufthansa und schließt weitere Streiks nicht aus, da die Gewerkschaft nach eigenen Angaben ihre Forderungen reduziert hat, ohne Reaktion. Die Kabinengewerkschaft Ufo hat ohne Urabstimmung zu einem Warnstreik aufgerufen, um Verhandlungen zu verbindlichen Tarifverträgen und einem Sozialplan bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline zu erzwingen, wo rund 800 Jobs bedroht sind. Der Lufthansa-Vorstand kritisiert die Aktion als "völlig unnötige Eskalation" und verweist auf fehlenden Spielraum angesichts des Sparprogramms "Turnaround" nach Verlusten 2024.

Alternativen für Passagiere und Ausblick

Die Lufthansa bietet betroffenen Passagieren kostenlose digitale Umbuchungen auf nicht bestreikte Verbindungen an, und Passagiere mit hinterlegter Mobilfunknummer erhalten automatisch Benachrichtigungen über alternative Reisemöglichkeiten wie Eurowings. Inlandsflüge können durch Bahnfahrkarten der Deutschen Bahn ersetzt werden. Das Unternehmen empfiehlt, den Flugstatus digital zu prüfen und nicht unvorbereitet zum Flughafen zu fahren, und rechnet damit, dass der Flugverkehr am Freitag wieder planmäßig läuft. Allerdings drohen die Gewerkschaften mit weiteren Streiks, falls die Lufthansa nicht mit neuen Angeboten reagiert.

Kein Briefing mehr verpassen

Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie unsere Datenschutzbestimmungen. Abmeldung jederzeit.