Thronrede ohne Strahlkraft: Starmer kämpft um seine politische Zukunft
Wichtige Fakten
- • Wes Streeting bereitet offenbar eine Führungsherausforderung gegen Starmer vor.
- • König Charles III. verlas 37 Gesetzesvorhaben im Rahmen der Thronrede.
- • Die Labour-Partei erlitt bei den Kommunalwahlen herbe Verluste.
- • Streeting ließ durch Verbündete erklären, er erwarte einen Leadership Contest.
- • Starmer wies Rücktrittsforderungen zurück und betonte seine Handlungsfähigkeit.
Dramatische Zuspitzung der Führungskrise
Die alljährliche Thronrede – der King's Speech – fand am 13. Mai 2026 unter massiven Spannungen statt. König Charles III. verlas auf dem goldenen Thron im Palace of Westminster das Gesetzesprogramm der Labour-Regierung mit insgesamt 37 Vorhaben, darunter die Verstaatlichung von British Steel, eine Reform des Wahlrechts ab 16, eine Wirtschaftsannäherung an die EU und massiven Infrastrukturausbau im Norden Englands. Doch Politiker und Medienvertreter fokussierten sich weniger auf die Inhalte als auf den desolaten Zustand der Regierung: Premierminister Keir Starmer sieht sich der schlimmsten innerparteilichen Krise seiner Amtszeit gegenüber.
Streeting bereitet Machtübernahme vor
Unmittelbar nach der Rede sickerte aus dem Umfeld von Gesundheitsminister Wes Streeting durch, dass dieser bereits am kommenden Tag eine formelle Führungsherausforderung Starterreichen könnte. Zuvor hatte ein ungewöhnlich kurzes Treffen der beiden Männer in der Downing Street stattgefunden, zu dessen Inhalt jedoch keine Angaben gemacht wurden. Berichten zufolge fordert Streeting eine offene Wahl um den Parteivorsitz („Leadership Contest“). Elf mit Labour verbundene Gewerkschaften sprachen klar aus, dass Starmer nicht in die nächste allgemeine Wahl führen werde. Die SNP kündigte sogleich ein Misstrauensvotum gegen den Premier an.
Starmer selbst versuchte im Unterhaus, Stärke zu demonstrieren und das Zerwürfnis als Kleinigkeit darzustellen. Er sprach von einem „starken und fairen Großbritannien“ und kündigte radikale Reformen an. In direkter Konfrontation mit der konservativen Vorsitzenden Kemi Badenohnhielt er fest: „Unser Unglück – die Verluste bei den Kommunalwahlen – verbindet uns, nur dass sie es noch gar nicht gemerkt hat.“ Analyse: eine einzige Breitseite gegen die Tories, jedoch kein Wort der Versöhnung an seine parteiinternen Kritiker.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.