Mandelson kritisiert Festnahme als "grundlos" – Vorwürfe über Fluchtpläne bestritten
Wichtige Fakten
- • Peter Mandelsons Anwälte bestreiten Fluchtpläne und kritisieren die Festnahme trotz vereinbarter freiwilliger Befragung.
- • Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Weitergabe marktsensitiver Regierungsinformationen an Jeffrey Epstein zwischen 2009-2010.
- • Mandelson verlor im September 2025 sein Amt als US-Botschafter aufgrund seiner Verbindung zu Epstein.
- • Die Regierung plant die Veröffentlichung von Dokumenten zu Mandelsons Ernennung, wartet aber auf das Ende der Polizeiermittlungen.
- • Die Metropolitan Police nahm Mandelson am Montag fest und ließ ihn nach neun Stunden auf Kaution frei.
Verhaftung und Kritik an Polizeivorgehen
Der ehemalige britische US-Botschafter Peter Mandelson wurde am Montag wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch verhaftet und nach neun Stunden Vernehmung im Polizeirevier Wandsworth auf Kaution freigelassen. Mandelsons Anwälte von Mishcon De Reya kritisierten die Festnahme scharf und erklärten, es habe eine Vereinbarung für eine freiwillige Befragung im März gegeben. Die Verhaftung sei durch die "grundlose" Annahme ausgelöst worden, Mandelson plane, ins Ausland zu fliehen und dauerhaft im Ausland zu leben, was er entschieden bestreitet.
Hintergrund der Ermittlungen und Vorwürfe
Die Ermittlungen der Metropolitan Police konzentrieren sich auf Vorwürfe, dass Mandelson während seiner Zeit als Minister unter Gordon Brown marktsensitive Regierungsinformationen an den verstorbenen verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben habe. Dies betrifft E-Mails aus dem Jahr 2009, in denen er über Steuern auf Bankerboni und ein Rettungspaket für den Euro diskutierte. Die Ermittlungen wurden nach Durchsuchungsbeschlüssen an zwei Adressen in Wiltshire und Camden eingeleitet, und Mandelson bestreitet kriminelles Verhalten und finanzielle Motive.
Politische Auswirkungen und Dokumentenveröffentlichung
Die Affäre hat erhebliche politische Wellen geschlagen. Mandelson verlor im September 2025 sein Amt als US-Botschafter, nachdem neue Details über seine Beziehung zu Epstein bekannt wurden, und trat später aus der Labour-Partei aus. Die Regierung unter Keir Starmer plant die Veröffentlichung von Dokumenten zu Mandelsons Ernennung, will aber die laufende Polizeiermittlung nicht gefährden. Ein Bericht des Cabinet Office soll bereits nächste Woche veröffentlicht werden und vor den "reputationsrisiken" der Ernennung gewarnt haben.
Reaktionen und weitere Entwicklungen
Oppositionspolitiker wie Kemi Badenoch kritisieren die Regierung scharf, während Mandelsons Anwälte die Polizei auffordern, Beweise für die angeblichen Fluchtpläne vorzulegen. Berichte, dass der Lordsprecher Michael Forsyth Informationen an die Polizei weitergegeben habe, wurden von dessen Sprecher als "völlig falsch" zurückgewiesen. Die Ermittlungen werden von der zentralen Spezialeinheit der Metropolitan Police durchgeführt, und es finden Konsultationen mit der Staatsanwaltschaft statt. Mandelson wurde bis Ende Mai auf Kaution freigelassen.
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