Massenprozess gegen mutmaßliche MS-13-Führungskräfte in El Salvador beginnt
Wichtige Fakten
- • 486 Angeklagte im Massenprozess gegen MS-13-Führungskräfte in El Salvador.
- • Kollektive Vorwürfe von über 47.000 Verbrechen, darunter Mord und Erpressung.
- • Ausnahmezustand seit März 2022 mit erweiterten Polizeibefugnissen und Massenfestnahmen.
- • MS-13 ist eine transnationale Gang, 2023 als Terrororganisation in den USA eingestuft.
- • 413 Verdächtige in Haft, 73 werden in Abwesenheit angeklagt.
Prozessbeginn gegen MS-13
In El Salvador hat ein Massenprozess gegen 486 mutmaßliche Führungskräfte der Gang MS-13 begonnen. Die Angeklagten werden kollektiv beschuldigt, zwischen 2012 und 2022 über 47.000 Verbrechen begangen zu haben, darunter Mord, Erpressung sowie Drogen- und Waffenhandel. Laut Generalstaatsanwaltschaft umfassen die Vorwürfe auch Femizide und Verschwindenlassen, mit Auswirkungen auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes. Zusätzlich wird ihnen „Rebellion“ vorgeworfen, da sie versucht hätten, territoriale Kontrolle für einen Parallelstaat zu erlangen.
Hintergrund und Ausnahmezustand
Der Prozess folgt einer Welle von Gang-Gewalt im März 2022, bei der 87 Menschen an einem Wochenende getötet wurden, was Präsident Nayib Bukele zu einer „Kriegserklärung gegen Gangs“ veranlasste. Seitdem gilt ein umstrittener Ausnahmezustand, der Polizeibefugnisse ausweitet und Verfassungsrechte einschränkt, was zu Zehntausenden Festnahmen, aber auch Kritik von Menschenrechtsgruppen wegen willkürlicher Inhaftierungen führte. MS-13, eine transnationale Gang mit Ursprüngen in Los Angeles, wurde 2023 von den USA als Terrororganisation eingestuft.
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