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International 25.02.2026, 01:32 Aktualisiert: 25.02.2026, 18:02

Mexiko nach 'El Mencho'-Tod: Gewalt und Machtkämpfe vor der WM 2026

'El Mencho'-Tod führte zu schweren Ausschreitungen mit Bränden und Plünderungen in Jalisco.

Wichtige Fakten

  • 'El Mencho'-Tod führte zu schweren Ausschreitungen mit Bränden und Plünderungen in Jalisco.
  • Experten warnen vor Nachfolgekämpfen im CJNG-Kartell und Fragmentierung der Kartelllandschaft.
  • Mexikos Regierung betont Sicherheit für WM 2026, schickt aber 2.500 zusätzliche Soldaten nach Jalisco.
  • Kritik an Strategie der 'harten Hand': Strukturelle Probleme wie Korruption bleiben ungelöst.
  • BBC-Bericht aus Culiacán zeigt alltägliche Gewalt und Entführungen im Sinaloa-Kartell-Konflikt.

Gewalt nach Tod eines Kartellbosses

Nach der Tötung des Drogenbosses Nemesio 'El Mencho' Oseguera, Anführer des mächtigen Jalisco Nueva Generación (CJNG)-Kartells, kam es in Mexiko zu schweren gewaltsamen Ausschreitungen. Anhänger des Kartells legten in Guadalajara und anderen Teilen des Bundesstaates Jalisco Brände, plünderten Geschäfte und blockierten Straßen, um ihre anhaltende Macht zu demonstrieren. Die mexikanische Regierung unter Präsidentin Claudia Sheinbaum entsandte 2.500 zusätzliche Sicherheitskräfte und betonte, die Lage normalisiere sich, obwohl die Totenzahlen nach der Operation stiegen und viele Bewohner weiterhin Angst vor neuer Gewalt haben.

Fragmentierte Kartelllandschaft und historischer Wendepunkt

Experten wie David Mora von der Crisis Group beschreiben die mexikanische Kartelllandschaft als stark fragmentiert mit schätzungsweise 460 kriminellen Gruppen. Das einst dominante Sinaloa-Kartell ist in mehrere Fraktionen zerfallen, nachdem Ismael 'El Mayo' Zambada García 2024 festgenommen wurde. Der Tod von 'El Mencho' markiert das Ende der Ära großer, klar definierter Kartellführer. Das CJNG steht nun vor einem Machtvakuum, was wahrscheinlich zu Nachfolgekämpfen führen wird. Die Strategie, Kartellführer zu eliminieren, hat in der Vergangenheit oft zu noch mehr Gewalt geführt, anstatt die Kartelle nachhaltig zu schwächen.

Sicherheitsdebatte vor der Fußball-WM 2026

Die Gewaltausbrüche werfen Fragen zur Sicherheit im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 auf, die teilweise in Mexiko ausgetragen werden soll. Präsidentin Sheinbaum und FIFA-Chef Gianni Infantino betonen, es bestehe kein Risiko für Besucher. Lokale Politiker wie die Abgeordnete Mariana Casillas und Bürger äußern jedoch Zweifel und fordern stattdessen grundlegende Lösungen für die strukturellen Probleme wie Gewalt, Armut und Korruption, die die Kartelle begünstigen. Experten wie David Saucedo befürchten, dass Nachfolgekämpfe die WM-Sicherheit beeinträchtigen könnten, während andere argumentieren, die Kartelle hätten ein wirtschaftliches Interesse an einer friedlichen WM.

Kritik an Regierungsstrategie und strukturelle Herausforderungen

Die Politik der 'harten Hand' wird von Organisationen wie Misereor kritisiert, die stattdessen die Bekämpfung struktureller Ursachen wie Korruption und Geldwäsche fordern. Experten betonen, dass langfristiger Erfolg nur möglich ist, wenn neben der Repression auch die Netzwerke des politischen Schutzes zerschlagen und die Rekrutierung neuer Mitglieder unterbunden wird. Die Zahl der Morde und Vermissten ist in den letzten Jahren gestiegen, und viele Regionen bleiben von staatlicher Kontrolle abgeschnitten, was die anhaltende Herausforderung unterstreicht.

BBC-Bericht aus Culiacán: Alltägliche Gewalt im Sinaloa-Kartell-Konflikt

Ein BBC-Bericht aus Culiacán im Bundesstaat Sinaloa verdeutlicht die alltägliche Gewalt, die durch interne Machtkämpfe im Sinaloa-Kartell ausgelöst wird. Seit der Festnahme von 'El Mayo' im Jahr 2024 herrscht Chaos, mit einem Anstieg von Schießereien, Entführungen und grausamen Morden. Rettungssanitäter berichten von einem 70-prozentigen Anstieg der Einsätze, während Familien von Vermissten nach ihren Angehörigen suchen. Die Gewalt betrifft auch Unbeteiligte, was die Herausforderungen für die Regierung unterstreicht, Zivilisten zu schützen.

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