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Politik 05.05.2026, 14:09

Mietwucher in Berlin: Nur fünf Prozent der geprüften Mieten legal

Nur 5 % der geprüften Berliner Mieten sind legal.

Wichtige Fakten

  • Nur 5 % der geprüften Berliner Mieten sind legal.
  • Zwei Drittel der Fälle zeigen Mietpreisüberhöhung um über 50 %.
  • Vier Bußgelder bei 4.300 Verfahren verhängt.
  • Bezirke fordern mehr Personal für Ahndung.
  • Mietpreisprüfstelle bietet kostenlose Erstberatung.

Erste Bilanz der Berliner Mietpreisprüfstelle

Seit gut einem Jahr gibt es in Berlin die offizielle Mietpreisprüfstelle. Ihre Bilanz ist ernüchternd: Nur in fünf Prozent der 480 geprüften Fälle von März 2025 bis März 2026 lagen die Mieten im rechtlich zulässigen Rahmen. In fast zwei Dritteln der Fälle überstieg die verlangte Miete die ortsübliche Vergleichsmiete um mehr als 50 Prozent, was den Verdacht auf Mietwucher laut Paragraf 291 StGB begründet. Weitere knapp 25 Prozent der Mieten lagen zwischen 20 und 50 Prozent über der Vergleichsmiete (Mietpreisüberhöhung). Senator Christian Gaebler (SPD) sieht die Behörde als erfolgreiche Anlaufstelle, doch die Zahl der Bußgelder bleibt gering: Nur vier Bescheide wurden bei rund 4.300 eingeleiteten Verfahren verhängt. Die Prüfstelle selbst kann keine Strafen verhängen, sondern leitet Fälle an die Bezirksämter weiter.

Betroffene Mieter zwischen Hoffnung und Angst

Viele Ratsuchende sind verzweifelt, wie Beraterin Tamara Brehm berichtet. Die kostenlose Prüfung gibt Mietern wie Anna Meier (Name geändert) ein Mietminderungspotenzial von bis zu 400 Euro monatlich an. Allerdings fürchten viele negative Konsequenzen durch den Vermieter – obwohl ein Vorgehen gegen überhöhte Miete kein Kündigungsgrund ist. Die Gutachten führen oft zu freiwilligen Mietanpassungen, aber dennoch bleibt der Weg zur tatsächlichen Senkung beschwerlich. Die Stellen in den Bezirken sind rar: Zwölf Regierungsinspektoren wurden befristet abgeordnet, 19 weitere sind ausgeschrieben. Mietervereine und Anwälte werden oft als nächster Schritt empfohlen.

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