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Politik 01.08.2026, 06:30 Aktualisiert: 01.08.2026, 18:00

Ceuta-Krise: EU-Innenminister beraten nach Migrantenansturm über Grenzschutz

50.000 Migranten erreichten Ceuta, fast alle zurückgekehrt. (20)

Wichtige Fakten

  • 50.000 Migranten erreichten Ceuta, fast alle zurückgekehrt. (20)
  • Mindestens 67 Tote beim Grenzübertritt, viele ertranken. (14)
  • 22 EU-Staaten fordern Dringlichkeitssitzung, Brief an EU-Spitzen. (13)
  • Italien setzt Schengen-Abkommen mit Spanien vorübergehend aus. (10)
  • EU-Innenminister tagen Dienstag per Videokonferenz zu Ceuta. (11)

Krise und Rückkehr

Etwa 50.000 Menschen sind aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta gelangt – die größte Migrationsbewegung seit Jahren. Nach Angaben Spaniens sind inzwischen nahezu alle wieder nach Marokko zurückgekehrt, viele freiwillig, weil ihnen die Weiterreise aufs Festland verwehrt blieb. Beim Versuch, die Grenze zu überqueren, kamen mindestens 67 Menschen ums Leben – viele ertranken oder wurden zerquetscht. Auch in der Exklave Melilla gab es heftige Versuche, die Grenze zu überwinden, die jedoch gestoppt wurden. In der Nacht zu Freitag versuchten rund 500 Menschen, die Grenze zu überwinden, die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein.

EU-Reaktionen: Dringlichkeitssitzung und Schengen-Sorge

Die Ereignisse haben eine intensive Debatte über die europäische Asyl- und Grenzpolitik ausgelöst. 22 EU-Mitgliedstaaten fordern in einem offenen Brief an EU-Ratspräsident António Costa, Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und den irischen Premierminister Micheál Martin eine Dringlichkeitssitzung. Die Innenminister sollen am Dienstag per Videokonferenz über die Lage in Ceuta beraten. Italien hat das Schengen-Abkommen gegenüber Spanien vorübergehend ausgesetzt; auch Frankreich und Finnland wollen die Grenzkontrollen verstärken. Bundeskanzler Friedrich Merz forderte Spanien auf, die Situation zu kontrollieren. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen betonte, dass kein Migrant das Festland erreicht habe und Europa die Außengrenzen stark verteidigen müsse. Eigentlich sollte das neue EU-Asylsystem GEAS vor wenigen Wochen solche Krisen verhindern – es steht bereits massiv unter Druck.

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