Milliardenschwere Sanierung von Schloss Bellevue: Bundespräsident zieht für Jahre um
Wichtige Fakten
- • Sanierungskosten: rund 1 Milliarde Euro inkl. Risikoreserven
- • Dauer: 8 Jahre ab Umzug des Bundespräsidenten
- • Übergangsquartier: Modulbau an der Spree für 200 Millionen Euro
- • Ziele: Klimaneutralität, moderne Sicherheitsstandards
- • Umzug: Sommer 2026 mit logistischem Großprojekt
Hintergrund und Zustand des Gebäudes
Das Schloss Bellevue in Berlin, seit 1994 erster Amtssitz des Bundespräsidenten, ist marode und erfüllt heutige Sicherheitsanforderungen nicht mehr. Laut Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sind Decken nicht mehr voll tragfähig, das Dach undicht, und Lüftungsanlagen sowie Brandschutz funktionieren nur eingeschränkt. Bei Veranstaltungen müssen Besucherzahlen begrenzt werden, und Sicherheitslücken werden mit temporären Maßnahmen wie Scharfschützen kompensiert.
Sanierungspläne und Kosten
Die Sanierung wird voraussichtlich acht Jahre dauern und rund eine Milliarde Euro kosten, inklusive einer Risikoreserve von 188 Millionen Euro und Vorsorge für Baupreissteigerungen. Geplant sind fast klimaneutrale Technologien wie Photovoltaik und Geothermie sowie umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen, darunter Fassadenhärtung und erweiterte Kontrollbereiche. Der Bundespräsident wird im Sommer 2026 in einen Übergangsbau an der Spree umziehen, der 200 Millionen Euro kostet und für mindestens fünf Jahre gemietet ist.
Politische und logistische Herausforderungen
Aus dem Bundespräsidialamt betont man, dass es sich um eine notwendige und keine Luxussanierung handelt, mit Verzicht auf Extras wie ein eigenes Pressezentrum. Der Bundestag zeigt parteiübergreifende Zustimmung. Der Umzug stellt ein logistisches Mammutprojekt dar, mit detaillierten Inventarlisten, die etwa fehlende Zuckerdosendeckel und Kaffeetassen offenlegen. Die Sanierung wird voraussichtlich erst unter Steinmeiers Nachfolger oder Nachfolgerin abgeschlossen sein.
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