Mini-Atomkraftwerke: Hoffnungsträger oder teure Spekulation?
Wichtige Fakten
- • Erstes Mini-AKW im Westen soll 2030 in Kanada Strom produzieren.
- • Kosten pro Kilowattstunde liegen laut Studien bei 18 bis 50 Cent.
- • Mini-AKW erzeugen weniger Leistung, aber mehr Atommüll als große AKW.
- • Viele Projekte wurden eingestellt, weil Kosten explodierten.
Zusammenfassung
Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die CSU fordern eine "Renaissance der Kernkraft" mit Mini-Atomkraftwerken, sogenannten Small Modular Reactors (SMRs). In Kanada wird das erste westliche Mini-AKW bis 2030 gebaut, basierend auf herkömmlicher Leichtwasserreaktor-Technologie mit geringerer Leistung (bis 300 Megawatt). Befürworter argumentieren, dass sie durch modulare Bauweise kostengünstiger und sicherer sein könnten, da weniger Kühlung nötig ist und eine Kernschmelze praktisch ausgeschlossen wird.
Kritik und Unsicherheiten
Kritiker wie Alexander Wimmers von der TU Berlin bezweifeln die Wirtschaftlichkeit: Um kostengünstiger zu sein, müssten hunderte bis tausende Reaktoren gebaut werden, während weltweit nur 400 AKW existieren. Studien zeigen Kosten von 18 bis 50 Cent pro Kilowattstunde, verglichen mit 5 bis 10 Cent für Windstrom. Zudem erzeugen Mini-AKW mehr Atommüll, und viele Projekte scheiterten an explodierenden Kosten. Fortgeschrittene Technologien mit weniger Abfall sind noch nicht marktreif.
Zukunftsperspektiven
Experten wie Volker Quaschning halten Mini-AKW für ineffizient und fordern Investitionen in erneuerbare Energien. Ob sie mit Sonne und Wind konkurrieren können, bleibt spekulativ.
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