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International 02.04.2026, 05:19

Nachfolge von UN-Generalsekretär Guterres: Vier Kandidaten im Rennen um schwieriges Amt

Die Amtszeit von UN-Generalsekretär António Guterres endet Ende 2026.

Wichtige Fakten

  • Die Amtszeit von UN-Generalsekretär António Guterres endet Ende 2026.
  • Bisher gibt es vier offizielle Kandidaten: Michelle Bachelet, Rafael Grossi, Rebeca Grynspan und Macky Sall.
  • Die UN steht vor großen Reformen und einer Finanzkrise mit sinkendem Budget.
  • Traditionell rotiert das Amt, diesmal wäre Lateinamerika an der Reihe.
  • Die Abstimmung im UN-Sicherheitsrat beginnt ab Juli 2026.

Überblick zur Nachfolge

Die Amtszeit von UN-Generalsekretär António Guterres endet Ende 2026, und bislang sind vier Kandidaten offiziell nominiert: Michelle Bachelet aus Chile, Rafael Grossi aus Argentinien, Rebeca Grynspan aus Costa Rica und Macky Sall aus Senegal. Die Nominierungsfrist lief am 1. April 2026 aus, wobei weitere Last-Minute-Kandidaten möglich sind. Die UN steht vor enormen Herausforderungen, darunter eine Finanzkrise mit sinkendem Budget, zunehmende Konflikte weltweit und ein Bedeutungsverlust der Organisation, wie Experten wie Maya Ungar von der Crisis Group betonen.

Kandidaten und ihre Chancen

Michelle Bachelet, ehemalige Präsidentin Chiles und UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, wird von Brasilien und Mexiko nominiert, aber nicht von Chile selbst, was ihre Chancen schmälern könnte. Rafael Grossi, Chef der IAEA, gilt als Favorit aufgrund seiner diplomatischen Erfahrung in heiklen Angelegenheiten wie dem Iran-Abkommen und der Sicherheit des AKW Saporischschja. Rebeca Grynspan, Generalsekretärin der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung, erhielt Anerkennung für ihre Mitarbeit am Getreideabkommen im Ukraine-Krieg. Macky Sall, ehemaliger Präsident Senegals, ist der einzige nicht lateinamerikanische Kandidat, was seine Chancen verringert, da das Amt traditionell zwischen Regionen rotiert und diesmal Lateinamerika an der Reihe wäre.

Prozess und Ausblick

Ab Mitte April 2026 finden interaktive Online-Dialoge statt, bei denen die Kandidaten ihre Programme vorstellen. Ab Juli stimmt der UN-Sicherheitsrat in mehreren Runden ab, bis ein Kandidat eine Mehrheit ohne Vetostimmen erhält, wobei die USA als Veto-Macht eine Blockade einlegen können. Die endgültige Entscheidung muss von der UN-Generalversammlung abgesegnet werden, und ein Ergebnis wird voraussichtlich im Herbst 2026 feststehen. Die Wahl wird die Fähigkeit der UN, mit globalen Führern wie Trump, Putin und Xi zu verhandeln, entscheidend prägen.

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