Nato-Gipfel in Ankara: Trump fordert Grönland, Europa trotzt mit Milliardeninvestitionen
Wichtige Fakten
- • Trump erneuert Forderung nach Grönland-Übernahme durch USA.
- • Nato-Generalsekretär Rutte fordert 'Revolution' der Rüstungsindustrie.
- • Kanada kauft bis zu zwölf U-Boote von deutscher Werft TKMS.
- • Ukraine soll 140 Mrd. Euro Militärhilfe über zwei Jahre erhalten.
- • Spanien verweigert 5%-Ziel, verweist auf Effizienz und Missionen.
Auftakt mit Konfliktstoff: Trump fordert Grönland und droht mit Truppenabzug
Der Nato-Gipfel in Ankara beginnt mit erheblichen Spannungen. US-Präsident Donald Trump erneuerte bei seiner Ankunft die Forderung, Grönland zu kaufen, und drohte damit, alle US-Truppen aus Europa abzuziehen. Er kritisierte erneut die mangelnde Unterstützung der Europäer im Iran-Krieg und nannte die Verteidigungsausgaben großer Partner wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien 'lächerlich'. Nato-Generalsekretär Mark Rutte versucht zu beschwichtigen, betont, Europa und Kanada lägen bereits bei etwa 4 Prozent des BIP inklusive Infrastrukturausgaben, und fordert klare nationale Pläne zur Zielerreichung.
Europa wehrt sich: Milliardeninvestitionen in Rüstung und Ukraine-Hilfe
Trotz der Sticheleien demonstriert das Bündnis konkrete Schritte: Im Fokus steht ein 140-Milliarden-Euro-Hilfspaket für die Ukraine, die dringend Luftabwehrsysteme benötigt. Darüber hinaus verkündeten die Nato-Staaten milliardenschwere Rüstungskooperationen, darunter der Kauf von zwölf U-Booten durch Kanada bei der deutschen Werft TKMS und ein deutsch-spanischer Vertrag über den Bau von vier Fregatten. Nato-Chef Rutte rief zu einer 'Revolution' der Verteidigungsindustrie auf, mit gesteigerter Munitionsproduktion und Bürokratieabbau. Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich optimistisch und hofft auf einen 'Geist von Ankara', der einen Einschnitt im Ukraine-Krieg markieren könnte.
Spanien und der Iran-Krieg: Konfliktlinien bleiben bestehen
Spanien verweigert weiterhin das 5-Prozent-Ziel, verweist auf seine Beteiligung an Nato-Missionen und seine gestiegenen Ausgaben. Verteidigungsministerin Robles betont, Spanien sei ein 'ernsthafter Partner'. Ein weiteres Konfliktthema ist die Rolle der Allianz im Iran-Krieg: Trump zeigte sich verärgert über die fehlende Solidarität und kündigte eine Neubewertung der Beziehungen zur Nato an. Die Sicherung der Straße von Hormus bleibt ein sensibler Punkt. Gastgeber Recep Tayyip Erdoğan kann den Gipfel als Prestigeerfolg verbuchen, während das Treffen von Trump mit Selenskyj für Mittwoch angesetzt ist.
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