Neue Vorwürfe: Polizei soll Mordfall in Bournemouth manipuliert haben
Wichtige Fakten
- • Omar Benguit wurde 2005 für den Mord an Jong-Ok Shin verurteilt, nachdem zwei Geschworene kein Urteil fällen konnten.
- • 13 Zeugen gaben an, von der Polizei unter Druck gesetzt worden zu sein, um ihre Aussagen zu schönen oder zu lügen.
- • CCTV-Aufnahmen und Telefonaufzeichnungen deuten auf ein mögliches Alibi für Benguit hin, das die Polizei ignorierte.
- • Die Polizei wusste, dass die Hauptzeugin BB durch CCTV-Beweise widerlegt wurde, nutzte ihre Aussage aber weiter.
- • Der Fall wird vom Criminal Cases Review Commission (CCRC) überprüft, nachdem 135 CCTV-Bänder verschwunden sind.
Zusammenfassung des Falls
Neue Beweise im Fall von Omar Benguit, der seit 23 Jahren wegen Mordes an der südkoreanischen Studentin Jong-Ok Shin inhaftiert ist, deuten darauf hin, dass er von der Dorset Police geframed wurde. BBC Panorama fand heraus, dass die Polizei wusste, dass die Aussage der Hauptzeugin, einer Drogenabhängigen namens BB, durch CCTV-Aufnahmen widerlegt wurde, aber dennoch im Prozess verwendet wurde. Insgesamt 13 weitere Zeugen erklärten, von der Polizei unter Druck gesetzt worden zu sein, um ihre Aussagen zu übertreiben oder zu lügen.
Beweislage und Ermittlungen
Die Beweise gegen Benguit stützten sich hauptsächlich auf Zeugenaussagen, da keine forensischen Beweise oder CCTV-Aufnahmen ihn direkt mit dem Mord verbanden. Panorama entdeckte jedoch, dass CCTV-Aufnahmen und Telefonaufzeichnungen ein mögliches Alibi für Benguit belegen, das die Polizei ignorierte. Ein graues CCTV-Bild zeigt einen Mann, der Benguit ähnelt, in einer Telefonzelle etwa 25 Minuten nach dem Mord, und ein Anruf von dieser Box zu seinem Dealer zur selben Zeit verstärkt dieses Alibi. Die Polizei hatte diese Informationen, untersuchte sie aber nicht gründlich.
Konsequenzen und aktuelle Lage
Das Criminal Cases Review Commission (CCRC) prüft den Fall nach der Entdeckung neuer Beweise durch die BBC. Benguit, der inzwischen drogenfrei ist, lehnt ein Geständnis ab und beteuert seine Unschuld. Die Dorset Police wies die Vorwürfe zurück und verwies auf frühere Gerichtsentscheidungen, die Benguits Verurteilung bestätigten. Die Ermittlungen könnten zu einer Wiederaufnahme des Verfahrens führen und ernste Fragen zur Polizeiarbeit aufwerfen.
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