Ölpreisschock durch Iran-Krieg belastet Rentenmarkt und Inflationserwartungen
Wichtige Fakten
- • Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen nähert sich 3 %, höchster Stand seit 2023.
- • Ölpreise übersprangen erstmals seit 2022 die 100-Dollar-Marke.
- • Bauzinsen in Deutschland liegen über 4 %, Kreditkosten steigen.
- • 20 % der Weltölversorgung laufen durch die Straße von Hormus.
- • Experten warnen bei längerem Krieg vor Inflation bis 6 % und Rezession.
Marktreaktion auf geopolitischen Konflikt
Der seit Ende Februar andauernde Iran-Krieg hat zu einem sprunghaften Anstieg der Ölpreise geführt, was an den Finanzmärkten Zins- und Inflationsängste befeuert. Am Rentenmarkt reagieren Anleger mit Verkäufen: Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind unter Druck geraten, während die Renditen gestiegen sind. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren bei rund 2,96 % und nähern sich der psychologischen Marke von 3 %, dem höchsten Stand seit 2023. Der Bund-Future ist im März deutlich eingebrochen.
Treiber und Risiken
Haupttreiber der Entwicklung sind Inflationssorgen, ausgelöst durch den Ölpreisanstieg, ähnlich wie beim Ukraine-Krieg 2022. Experten wie Torsten Schmidt vom RWI-Leibniz-Institut warnen, dass bei einem längeren Krieg die Inflation vorübergehend auf 6 % steigen könnte, was Deutschland in eine Rezession stürzen würde. Die Straße von Hormus, durch die 20 % der Weltölversorgung laufen, ist derzeit gesperrt, was die Märkte in Unruhe versetzt. Es besteht die Gefahr einer Stagflation – sinkendes Wachstum bei steigenden Preisen.
Konsequenzen für Realwirtschaft und Notenbanken
Die gestiegenen Zinsen wirken sich bereits auf die Realwirtschaft aus: Bauzinsen in Deutschland liegen über 4 %, was höhere Kreditkosten für Immobilienkäufer bedeutet. Notenbanken wie die EZB stehen in einem Dilemma, da Zinserhöhungen die Inflation dämpfen, aber auch die Konsumneigung beeinträchtigen könnten. Der DAX zeigt sich nach anfänglichen Verlusten stabil, bleibt aber aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten vorsichtig.
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