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International 22.02.2026, 11:20 Aktualisiert: 22.02.2026, 23:02

Olympia 2026 in Italien: Eine Bilanz zwischen Nachhaltigkeitsdebatte und politischem Erfolg

Die Wettkampfstätten waren über mehrere hundert Kilometer verteilt, was lange Fahrzeiten erforderte.

Wichtige Fakten

  • Die Wettkampfstätten waren über mehrere hundert Kilometer verteilt, was lange Fahrzeiten erforderte.
  • Die Nachhaltigkeitsversprechen wurden kritisiert, insbesondere für den neu gebauten Eiskanal in Cortina.
  • Italien erzielte sportliche Erfolge, darunter zwei Goldmedaillen von Federica Brignone.
  • Die Kosten für Infrastruktur und Sportstätten führten zu einem finanziellen Nullsummenspiel.
  • Die rechte Regierung nutzte die Spiele für politische Inszenierung, während Meloni sich zurückhielt.

Organisation und Nachhaltigkeit

Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina waren durch weit verteilte Wettkampfstätten geprägt, was zu langen Fahrzeiten von bis zu sechs Stunden führte und die Mobilität für Athleten und Fans erschwerte. Die Veranstalter wollten durch die Nutzung bestehender Anlagen Nachhaltigkeit fördern, doch Kritiker wie die Organisation "Mountain Wilderness" bemängelten, dass dies nicht konsequent umgesetzt wurde, insbesondere beim teuren Neubau der Bobbahn in Cortina, für den Hunderte Bäume gefällt wurden.

Finanzielle und touristische Bilanz

Finanziell erwiesen sich die Spiele laut Politikprofessor Lorenzo Castellani als Nullsummenspiel, mit hohen Infrastrukturausgaben, die nicht durch wirtschaftliche Vorteile ausgeglichen wurden. Zwar stiegen die Übernachtungskosten in Olympia-Nähe, doch viele Unterkünfte blieben während der Spiele leer, und die Preise sanken später wieder. Tourismusverbände wie Confiturismo betonten jedoch positive langfristige Investitionen, etwa in Bahnverbindungen und Elektrifizierung.

Politische und sportliche Dimension

Sportlich war Italien erfolgreich, mit Highlights wie den zwei Goldmedaillen von Skirennläuferin Federica Brignone. Politisch nutzte die rechte Regierung unter Giorgia Meloni und Matteo Salvini die Spiele zur Inszenierung nationaler Stärke, wobei Salvini die Spiele als Symbol italienischer Ehre darstellte. Meloni hielt sich dagegen zurück und fokussierte sich auf andere Regierungsaufgaben, was laut Experten zu einer insgesamt positiven Bilanz ohne größere Skandale beitrug.

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