Organspende: Bundestag debattiert über Widerspruchsregelung
Wichtige Fakten
- • Über 8000 Menschen warten in Deutschland auf Spenderorgane.
- • Zwei fraktionsübergreifende Gruppen streiten um Widerspruchs- oder Entscheidungslösung.
- • Kaum jemand nutzt das Organspende-Register seit 2024.
- • 85 Prozent stehen Organspende grundsätzlich positiv gegenüber.
Organspende-Debatte im Bundestag
In Deutschland warten mehr als 8.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Zwei fraktionsübergreifende Gruppen im Bundestag werben für unterschiedliche Konzepte, um die Zahl der Organspenden zu erhöhen. Eine Gruppe plädiert für die Widerspruchsregelung: Jeder Erwachsene soll automatisch als Spender gelten, wenn er nicht widerspricht. Die andere Gruppe will an der aktuellen Entscheidungslösung festhalten, bei der nur Spender zustimmen. Beide Gruppen bestehen aus Abgeordneten von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken.
Argumente der Befürworter der Widerspruchsregelung
Befürworter wie die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann argumentieren, dass 85 Prozent der Bevölkerung organspendebereit seien, aber nur wenige ihren Willen dokumentierten. Das Organspende-Register werde kaum genutzt (weniger als 600.000 Einträge seit Start 2024). Der Satz "Herr Doktor, wie soll ich das entscheiden?" zeige laut Grünen-Politiker Armin Grau die Notwendigkeit klarer Willensbekundungen. Die Widerspruchsregelung soll durch Informationskampagnen flankiert werden und frühestens 2030 in Kraft treten.
Gegenargumente der Befürworter der bisherigen Regelung
Gegner um SPD-Politiker Lars Castellucci warnen, dass Schweigen nicht als Zustimmung gewertet werden dürfe. Es bestehe die Gefahr, dass sich Menschen gegängelt fühlten und eher Nein sagten. Grünen-Politikerin Kirsten Kappert-Gonther betont, dass niemandem Organe entnommen werden sollten, der nicht aktiv zustimmen konnte. Aufklärung und bessere Information seien der Weg: Nur 40 Prozent fühlen sich gut informiert, 69 Prozent kennen das Register nicht. Eine Orientierungsdebatte ist noch vor der Sommerpause geplant.
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