Rekordwahl in Peru: 35 Kandidaten kämpfen um Vertrauen inmitten von Kriminalität und Korruption
Wichtige Fakten
- • 35 Kandidaten treten bei der Parlamentswahl in Peru an, ein Rekordwert.
- • Seit zehn Jahren hat kein peruanischer Präsident seine Amtszeit regulär beendet.
- • Die Kriminalität in Peru ist in den letzten Jahren stark angestiegen.
- • Der Kongress wird von einem sogenannten 'Mafia-Pakt' kontrolliert.
- • Keiner der Kandidaten geht als klarer Favorit ins Rennen.
Rekordzahl an Kandidaten und politische Instabilität
Bei der heutigen Parlamentswahl in Peru treten offiziell 35 Kandidaten an, was einen Rekordwert darstellt und die TV-Debatte auf drei Tage ausdehnte. Das Land steckt seit Jahren in einer Regierungskrise, in der seit einem Jahrzehnt kein Präsident seine Amtszeit regulär beendet hat und vier Ex-Staatschefs im Gefängnis sitzen. Die politische Landschaft ist von Chaos geprägt, mit über 150 ausgetauschten Ministern und einer fehlenden Parteistruktur, die oft von illegalen Sektoren wie dem Goldbergbau beeinflusst wird.
Explodierende Kriminalität und gesellschaftliche Auswirkungen
Die Kriminalität in Peru ist in den vergangenen Jahren explodiert, mit Bandengewalt, Schutzgelderpressung von Busfahrern, Händlern und Schulen, sowie Anschlägen bei Veranstaltungen wie Nachtklubs und Musikkonzerten. Analysten führen dies auf das politische Chaos und weit verbreitete Korruption zurück. Der Kongress wird von einem 'Mafia-Pakt' kontrolliert, der die Judikative beeinflusst und Gesetze zur Behinderung von Strafverfolgung durchgesetzt hat.
Unklare Wahlaussichten und öffentliche Stimmung
Keiner der Kandidaten geht als Favorit ins Rennen, mit Umfragenspitzen bei etwa 10 Prozent für kontroverse Figuren wie Keiko Fujimori, die Tochter des ehemaligen Autokraten Alberto Fujimori, den TV-Komiker Carlos Álvarez, der sich als peruanischen Bukele bezeichnet, und den ultra-konservativen Rafael López Aliaga. Die Bevölkerung zeigt geringe Hoffnung auf politischen Wandel, wie Elvira Arias, eine Druckereibesitzerin, berichtet, die Korruption und Vetternwirtschaft kritisiert und sich nach einem Neuanfang mit sauberen Politikern sehnt.
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