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Politik 07.06.2026, 05:00 Aktualisiert: 07.06.2026, 10:00

Peru wählt zwischen Fujimori und Sánchez: Richtungsentscheidung in tiefer Krise

Stichwahl am Sonntag zwischen Keiko Fujimori und Roberto Sánchez.

Wichtige Fakten

  • Stichwahl am Sonntag zwischen Keiko Fujimori und Roberto Sánchez.
  • Peru wählt bereits den neunten Präsidenten in zehn Jahren.
  • Umfragen sehen die beiden Kandidaten statistisch gleichauf.
  • Im ersten Wahlgang blieben über 6 Millionen Peruaner der Wahl fern.
  • Sánchez verspricht, den inhaftierten Ex-Präsidenten Castillo zu begnadigen.

Politisches Erdbeben

Peru steht vor einer richtungsweisenden Stichwahl: Am Sonntag treten die rechtsgerichtete Dauer-Kandidatin Keiko Fujimori und der linke Kongressabgeordnete Roberto Sánchez gegeneinander an. Es wäre der neunte Präsident innerhalb eines Jahrzehnts – ein Zeichen extremer politischer Instabilität, die von Korruptionsskandalen, Aufständen und einer tiefen Vertrauenskrise geprägt ist. Zuletzt wurde Präsident José Jerí vor drei Monaten vom Parlament abgesetzt.

Kampf um die Mitte

Fujimori, Tochter des früheren, in Ungnade gefallenen Präsidenten Alberto Fujimori, erhielt im April 17 Prozent der Stimmen, Sánchez nur 12 Prozent. Beide repräsentieren zusammen lediglich 29 Prozent der Wähler. Über 6 Millionen Peruaner blieben der ersten Runde fern, weitere 3 Millionen machten ihren Stimmzettel ungültig – mehr als Fujimori oder Sánchez erhielten. Damit ist der Ausgang völlig offen: Laut Ipsos-Umfrage liegen Sánchez mit 43,8 Prozent und Fujimori mit 43,2 Prozent statistisch gleichauf.

Zwei Lager mit harten Bandagen

Fujimori profitiert vom harten Image ihres Vaters und verspricht eine strikte Anti-Kriminalitätspolitik in Zeiten explodierender Bandengewalt. Sánchez hingegen sammelt die Stimmen der Anhänger des inhaftierten Ex-Präsidenten Pedro Castillo, den er begnadigen will. Die Wählerschaft ist tief gespalten: Viele fürchten unter Fujimori eine autoritäre Wende, unter Sánchez ein erneutes „schlechtes Regieren“ wie unter Castillo. Die Stimmung ist gereizt, ein Drittel der Wähler war kurz vor dem Urnengang noch unentschlossen.

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