Peru wählt umstrittenen Übergangspräsidenten nach politischem Skandal
Wichtige Fakten
- • José María Balcázar ersetzt José Jerí nach dessen Abwahl durch den Kongress.
- • Balcázar verteidigte früher sexuelle Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern ab 14.
- • Er will den inhaftierten Ex-Präsidenten Pedro Castillo freilassen.
- • Balcázar steht bis Juli 2026 an der Spitze Perus, Wahlen sind im April geplant.
Wahl und Hintergrund
Perus Kongress hat José María Balcázar, einen linksgerichteten Abgeordneten der Partei Peru Libre, zum Übergangspräsidenten gewählt. Er folgt auf José Jerí, der nach nur vier Monaten im Amt aufgrund eines Skandals um geheime Treffen mit chinesischen Geschäftsleuten abgewählt wurde. Balcázar setzte sich in einer zweiten Abstimmungsrunde gegen die konservative Favoritin María del Carmen Alva durch und ist der neunte Präsident des Landes seit 2016.
Kontroversen um Balcázar
Balcázar löste mit seinen früheren Äußerungen zur Kinderehe und sexuellen Beziehungen zwischen Lehrern und Schülern ab 14 Jahren Empörung aus. Als Vorsitzender des Bildungsausschusses verteidigte er solche Beziehungen sogar als 'vorteilhaft' für Minderjährige, was vom Frauenministerium scharf als Rechtfertigung sexueller Gewalt kritisiert wurde. Zudem wurde er wegen angeblicher Veruntreuung von Geldern als Anwaltsvereinsvorsitzender untersucht und aus dem Verband ausgeschlossen.
Politische Auswirkungen
Balcázar kündigte an, den inhaftierten Ex-Präsidenten Pedro Castillo freizulassen, der wegen Versuchs, den Kongress aufzulösen, zu über elf Jahren Haft verurteilt wurde. Seine Wahl führte zu Spannungen zwischen rechten und linken politischen Kräften. Er soll das Land bis Juli 2026 führen, mit allgemeinen Wahlen im April und einer Stichwahl im Juni, wobei Demokratie- und Menschenrechtsorganisationen vor einer Überschreitung seiner Befugnisse warnen.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.