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Politik 31.08.2026, 11:50

Pflegeversicherung: Alarmstufe Rot – Geld droht im Oktober auszugehen

770 Mio. Euro Defizit im ersten Halbjahr.

Wichtige Fakten

  • 770 Mio. Euro Defizit im ersten Halbjahr.
  • Ausgaben steigen um 11%, Einnahmen nur 5,4%.
  • Bis Oktober droht Finanzierungslücke von 500 Mio. Euro.
  • Reformpläne: höherer Beitrag für Kinderlose, Einschränkungen bei Mitversicherung.

Finanzielle Schieflage verschärft sich

Die Pflegeversicherung steckt in einer akuten Finanzkrise. Wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen mitteilt, belief sich das Defizit in der ersten Jahreshälfte auf 770 Millionen Euro. Der Verbandschef Oliver Blatt warnt: „Es herrscht Alarmstufe Rot.“ Bereits im Oktober könnten die Einnahmen nicht mehr ausreichen, um alle Pflegeleistungen zu finanzieren. Bis zum Jahresende fehlen dann zusätzlich rund 500 Millionen Euro.

Ursachen und Herausforderungen

Das Minus ist auf stark steigende Ausgaben zurückzuführen, die im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 39,5 Milliarden Euro stiegen. Parallel wuchsen die Beiträge nur um 3,9 Prozent. Hauptkostentreiber ist die steigende Zahl der Pflegebedürftigen, die durch die Reform von 2017 auf fast sechs Millionen angewachsen ist. Auch die Zuschläge für Heimbewohner belasten die Kassen.

Politische Reaktionen und Pläne

Die schwarz-rote Koalition plant für den Herbst eine Pflegereform, die Ausgabenbremse und Mehreinnahmen vorsieht. Gesundheitsminister Carsten Linnemann möchte jedoch geplante Kürzungen bei Renteneinzahlungen für pflegende Angehörige möglichst vermeiden. Vorgesehen ist unter anderem ein höherer Beitrag für Kinderlose und strengere Kriterien für die Einstufung in Pflegegrade.

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