Pistorius und Özdemir fordern AfD-Verbotsverfahren
Wichtige Fakten
- • Pistorius und Özdemir fordern AfD-Verbotsverfahren im Gastbeitrag (FAS).
- • Fokus auf 'völkische' Landesverbände in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg.
- • Nur Bundestag, Bundesrat oder Bundesregierung können Antrag stellen.
- • Union zeigt sich skeptisch, keine Mehrheit in Sicht.
Forderung nach Verbot
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) haben sich in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) für ein baldmöglichstes Verbotsverfahren gegen die AfD ausgesprochen. Die Politiker argumentieren, dies sei rechtlich möglich, durch Belege gedeckt und verfassungsrechtlich geboten.
Fokus auf völkische Landesverbände
Sie empfehlen, sich auf die eindeutig völkisch ausgerichteten Landesverbände in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg zu konzentrieren. Die Politiker unterscheiden zwischen einem deutsch-nationalen und einem völkischen Parteiflügel. Während der deutsch-nationale Teil gegebenenfalls mit dem Grundgesetz vereinbar sein könnte, stelle der völkische Teil die Grundfesten der Verfassung infrage und verachte die Demokratie. Eine politische Auseinandersetzung mit dieser Ideologie sei naiv, so die Autoren.
Verfahren und Aussichten
Ein Parteiverbot kann nur der Bundestag, der Bundesrat oder die Bundesregierung beantragen; Letztentscheider ist das Bundesverfassungsgericht. Bislang zeichnet sich keine Mehrheit ab – insbesondere in der Union gibt es Skepsis. Die Einstufung der AfD als rechtsextrem durch den Verfassungsschutz hatte die Debatte neu angefacht.
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