Plug-in-Hybride verbrauchen in der Praxis deutlich mehr als offiziell angegeben
Wichtige Fakten
- • Plug-in-Hybride verbrauchen im Schnitt fast sechs Liter Kraftstoff.
- • Das sind 300% mehr als in offiziellen Herstellerangaben.
- • Im Elektromodus liegt der Verbrauch bei durchschnittlich drei Litern.
- • Porsche-Modelle weisen mit bis zu sieben Litern die höchsten Werte auf.
- • Die Studie wertete Daten von einer Million Fahrzeugen aus.
Studie enthüllt Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis
Eine neue Studie, die dem SWR vorliegt und an der das Fraunhofer-Institut beteiligt war, zeigt, dass Plug-in-Hybridfahrzeuge (PHEV) in der Realität erheblich mehr Kraftstoff verbrauchen als in den offiziellen EU-Typgenehmigungen angegeben. Die Analyse basiert auf Daten von rund einer Million Fahrzeugen der Baujahre 2021 bis 2023, die per Funk übermittelt wurden.
Verbrauch liegt weit über den Herstellerangaben
Laut der Studie verbrauchen die untersuchten Fahrzeuge im Durchschnitt fast sechs Liter Kraftstoff, was 300 Prozent mehr ist als die offiziellen Werte, die oft zwischen ein und zwei Litern liegen. Selbst im "Entlademodus", in dem vorrangig der Elektromotor genutzt wird, beträgt der Verbrauch durchschnittlich drei Liter. Besonders hoch sind die Werte bei deutschen Modellen wie Porsche, die im Entlademodus bis zu sieben Liter erreichen.
Forderungen nach regulatorischen Anpassungen
Die Wissenschaftler fordern aufgrund dieser Ergebnisse eine Anpassung der EU-Regularien, da die aktuellen Verbrauchsmessungen auf dem Rollenprüfstand (WLTP) zu optimistisch sind. Diese Werte sind entscheidend für die Einhaltung der EU-Flottengrenzwerte, die den CO2-Ausstoß der Hersteller regulieren. Umweltverbände wie die Deutsche Umwelthilfe kritisieren Plug-in-Hybride als "Mogelpackung" und fordern einen stärkeren Fokus auf reine Elektrofahrzeuge.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.