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International 12.05.2026, 09:30

Rekordzahl an Binnenvertreibungen durch Konflikte im Jahr 2025

32,2 Mio. Menschen flohen 2025 innerhalb von Ländern vor Gewalt.

Wichtige Fakten

  • 32,2 Mio. Menschen flohen 2025 innerhalb von Ländern vor Gewalt.
  • Erstmals mehr konflikt- als katastrophenbedingte Binnenvertreibungen.
  • Iran und Demokratische Republik Kongo verzeichnen zwei Drittel aller Fälle.
  • Insgesamt 82,2 Mio. Menschen waren weltweit binnenvertrieben.
  • Fast jede zweite Flucht war auf internationale Konflikte zurückzuführen.

Binnenvertreibungen 2025 auf Rekordniveau

Die Beobachtungsstelle für Binnenvertriebene (IDMC) in Genf meldet eine historische Zäsur: Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen haben Konflikte und Gewalt mehr Menschen innerhalb ihrer Länder vertrieben als Naturkatastrophen. Insgesamt verzeichnete das IDMC 32,2 Millionen konfliktbedingte Binnenvertreibungen im Jahr 2025 – ein Anstieg von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut Tracy Lucas, Direktorin des IDMC, sind es oft dieselben Menschen, die wiederholt fliehen müssen, da Konflikte sich verschärfen.

Iran und DR Kongo besonders betroffen

Fast zwei Drittel aller konfliktbedingten Vertreibungen entfallen auf Iran und die Demokratische Republik Kongo. Insgesamt waren Ende 2025 rund 82,2 Millionen Menschen weltweit binnenvertrieben, der zweithöchste Wert nach dem historischen Höchst von 83,5 Millionen im Jahr 2024. Jan Egeland, Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrats, sprach von einem „weltweiten Versagen“ beim Schutz der Zivilbevölkerung. Der Vergleich mit den Vorjahren zeigt, dass die Gesamtzahl binnenvertriebener Menschen in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt wurde.

Ursachen und regionale Verteilung

Zu den Ländern mit den meisten Binnenvertriebenen zählen Sudan, Kolumbien, Syrien, Jemen und Afghanistan. Die IDMC-Berichte betonen, dass Berichte über einen leichten Rückgang der Gesamtzahl nicht als Erfolg gewertet werden dürfen, da Zwangsrückkehrten, zerstörte Infrastruktur und soziale Notlagen eine nachhaltige Lösung verhindern. 83 Prozent der Binnenvertreibungen des Jahres 2025 gingen auf das Konto bewaffneter Konflikte und Gewalt. Der Anteil internationaler Konflikte an diesen Vertreibungen verdoppelte sich nahezu auf 46 Prozent.

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