Pakistan bestreitet Angriff auf Drogenreha-Zentrum in Kabul
Wichtige Fakten
- • Pakistanischer Luftangriff auf Drogenreha-Zentrum in Kabul tötet mindestens 269 Menschen.
- • Pakistan bestreitet Zielen auf Zivilisten: Es seien Terroristen getroffen worden.
- • UN fordert Untersuchung als Kriegsverbrechen: Gebäude war bekannt.
- • Angehörige: Brüder seit Wochen identifiziert, einige Leichen unkenntlich.
- • Taliban bestreiten Unterstützung von Milizen, Pakistan widerspricht.
UN bestätigt Massaker an Zivilisten
Bei einem pakistanischen Luftangriff auf das Drogenrehabilitationszentrum Omid am 16. März in Kabul sind nach UN-Angaben mindestens 269 Menschen getötet worden, die tatsächliche Zahl liegt vermutlich höher. Die Klinik befand sich nahe UN-Einrichtungen und war bekannt. Pakistan behauptet, es habe sich um eine terroristische Einrichtung gehandelt, doch Angehörige und die UN widersprechen. Der Angriff war der tödlichste in Afghanistan seit Jahren. Die UN fordert eine Untersuchung wegen möglicher Kriegsverbrechen.
Angehörige klagen an
Die BBC sprach mit Familien von mehr als 30 Opfern, die Pakistans Version zurückweisen. Viele Tote waren kaum identifizierbar verbrannt oder in Stücke gerissen. Eins der Opfer im Massengrab auf dem Kabuler Hügelfriedhof ist Mirwais, 24, ein ehemaliger Pharmaziestudent mit Tablet-K-Sucht, der erst zehn Tage in der Klinik war. Sein Körper wurde nur an einem Muttermal erkannt.
Fehlende Rechenschaft
Pakistan wirft der afghanischen Taliban-Regierung vor, Milizen wie die TTP zu unterstützen. Kabul bestreitet dies. Die Opferfamilien erwarten keine Gerechtigkeit. "Wir sind ein unterdrücktes Volk", sagte ein Bruder des getöteten Küchenhelfers Emal Abdul Malik.
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