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International 16.06.2026, 15:00

Russischer Putin-Kritiker in Polen hingerichtet – Zwei Weißrussen festgenommen

Robert Kuzovkov alias Semyon Skrepetsky wurde in Biała Podlaska erschossen.

Wichtige Fakten

  • Robert Kuzovkov alias Semyon Skrepetsky wurde in Biała Podlaska erschossen.
  • Der 44-Jährige war ein scharfer Kritiker von Putin und Kadyrow.
  • Der Täter feuerte fünf Schüsse ab, zwei davon nach dem Sturz.
  • Zwei Weißrussen wurden nahe dem Konsulat festgenommen.
  • Das Motiv könnte mit Skrepetskys Satire auf Kadyrow zusammenhängen.

Ermordung eines russischen Künstlers in Polen

In der ostpolnischen Stadt Biała Podlaska ist ein 44-jähriger russischer Künstler und Putin-Kritiker hingerichtet worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelte es sich um Robert Kuzovkov, der unter dem Pseudonym Semyon Skrepetsky bekannt war. Der Künstler sei am Montagmorgen auf einem Parkplatz etwa 600 Meter vom weißrussischen Konsulat entfernt von einem unbekannten Täter niedergeschossen worden. Insgesamt fünf Schüsse hätten ihn getroffen, darunter einer in den Kopf. Drei Schüsse habe der Täter abgefeuert, als das Opfer bereits am Boden lag. Die Polizei hat fünf Patronenhülsen und ein Geschoss der Marke Geco Kaliber 9 mm Luger sichergestellt. Eine Obduktion ist für Mittwoch angesetzt. Medienberichten zufolge war Skrepetsky 2021 nach Polen gezogen, aus Angst vor politischer Verfolgung.

Hintergründe der Tat

Der Künstler war für seine satirischen Karikaturen von Wladimir Putin, Alexander Lukaschenko und Ramsan Kadyrow bekannt. Erst drei Tage vor seiner Ermordung hatte er in Berlin an einer Protestaktion gegen den russischen Nationalfeiertag teilgenommen. Zwei weißrussische Männer im Alter von 33 und 37 Jahren wurden nahe dem Konsulat festgenommen. Marcin Kozak, Sprecher der Staatsanwaltschaft, sagte, ihre Rolle werde noch ermittelt. Strafverfolger gehen davon aus, dass die Tat mit Skrepetskys öffentlicher Kritik an der russischen Regierung zusammenhängt. Das Internetportal Meduza berichtete, der Künstler habe kurz vor seinem Tod eine Zeichnung geteilt, die Kadyrow und dessen Sohn als Schweine darstellt. Nach Einschätzung von Beobachtern könnte der Befehl zur Tötung direkt aus Tschetschenien gekommen sein. Der Fall erinnert an frühere Attentate auf Kreml-Kritiker im Exil.

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