Russland verschärft Restriktionen gegen Telegram: Drosselung und neue Verfahren
Wichtige Fakten
- • Roskomnadsor drosselt Telegram wegen angeblicher Rechtsverstöße gegen Extremismus und Betrug.
- • Seit 2026 laufen sieben administrative Verfahren gegen den Messenger, die Bußgelder bis 800.000 Euro drohen.
- • Gründer Pawel Durow lebt seit 2014 nicht mehr in Russland, nach Weigerung der Datenweitergabe an Geheimdienste.
- • Russland fördert den nationalen Messenger Max, der bereits mit Betrugsvorwürfen konfrontiert ist.
Einschränkung von Telegram
Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor hat restriktive Maßnahmen gegen den Messenger Telegram bestätigt, darunter Geschwindigkeitsdrosselungen und Zugriffserschwernisse. Als Grund nannte die Behörde angebliche Rechtsverstöße, da Telegram nicht ausreichend gegen Betrug und Missbrauch zu kriminellen und terroristischen Zwecken vorgehe. Seit Jahresbeginn 2026 sind sieben administrative Verfahren gegen Telegram anhängig, die Bußgelder von bis zu 800.000 Euro drohen lassen.
Historischer Konflikt
Der Konflikt zwischen Telegram und russischen Behörden hat eine lange Geschichte. Gründer Pawel Durow verließ Russland 2014 nach der Weigerung, Nutzerdaten von Demonstranten in der Ukraine weiterzugeben. Seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine hat Russland die Internetkontrolle drastisch verschärft, wobei Kritik am Krieg als extremistisch gilt. Bereits im vergangenen Sommer wurden Anrufe über WhatsApp und Telegram gesperrt, die nur noch mit VPN möglich sind, und im Dezember wurde der Videodienst FaceTime von Apple blockiert.
Alternativer Messenger
Zeitgleich mit den Einschränkungen für Telegram brachte Russland den Messenger Max auf den Markt, der offiziell als sicher beworben wird, aber bereits mit Betrugsvorwürfen konfrontiert ist. Diese Entwicklung unterstreicht die Bemühungen der Behörden, die Kommunikationslandschaft zu kontrollieren und alternative, staatlich geförderte Dienste zu etablieren.
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