Landtagswahl Sachsen-Anhalt: AfD vor historischem Erfolg – Minderheiten in Sorge
Wichtige Fakten
- • AfD in Umfragen bei 40-43 %, CDU bei etwa 22 %.
- • Erstmals könnte AfD stärkste Kraft in einem Landtag werden.
- • 27,1 % der Krankenhausärzte in Sachsen-Anhalt ohne deutschen Pass.
- • Rassistische Angriffe: 2025 vier bis fünf rechte Angriffe pro Woche.
- • Bevölkerung schrumpft, Alterdurchschnitt von 48,3 Jahren bundesweit am höchsten.
Wahlkampf-Endspurt: AfD liegt in Umfragen deutlich vorn
Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag deutet vieles auf einen historischen Erfolg der AfD hin. Laut jüngsten Umfragen liegt die Partei mit 40 bis 43 Prozent deutlich vor der CDU, die nur auf etwa 22 Prozent kommt. Sollte die AfD zulegen, könnte sie sogar eine absolute Mehrheit der Mandate erreichen. Bundeskanzler Friedrich Merz warnte bei einem Wahlkampfbesuch im Chemiepark Leuna gemeinsam mit Ministerpräsident Sven Schulze vor einer AfD-Regierung und betonte, dass Abschottung Investitionen gefährde – wie die Holz-Bioraffinerie des finnischen Konzerns UPM. Der Wahlkampf ist von Sicherheitsvorkehrungen geprägt, direkte Bürgerkontakte der Spitzenpolitiker fanden kaum statt.
Sorgen bei Minderheiten und jüdischer Gemeinde
Die mögliche erste von der AfD geführte Landesregierung bereitet vielen Migranten und Minderheiten große Angst. Eine iranische Familie bangt um ihr Aufenthaltsrecht, da die AfD Abschiebungen „ab Tag eins“ verspricht. Umfragen zufolge erwägen bis zu 80 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund, das Land zu verlassen. Die Jüdische Gemeinde Magdeburg zeigt sich beunruhigt angesichts der AfD-Pläne, den Geschichtsunterricht zu ändern und den Einfluss des Islam zu beschränken. Rabbiner Igor Mendel Itkin warnt, dass das Verdrängen der Geschichte zu einer Wiederholung führen könnte.
Demografie und Fachkräftemangel als Hintergrund
Sachsen-Anhalt steht vor großen demografischen Herausforderungen: Mit einem Durchschnittsalter von 48,3 Jahren ist es das älteste Bundesland. Der Fachkräftemangel ist spürbar, insbesondere im Gesundheitswesen, wo 27,1 Prozent der Krankenhausärzte keine deutsche Staatsbürgerschaft haben. Die Ärztekammer warnt, ohne ausländische Kollegen sei die medizinische Versorgung im ländlichen Raum nicht zu gewährleisten. Migrantenorganisationen berichten von einem Anstieg rassistischer Übergriffe – allein 2025 wurden vier bis fünf rechte Angriffe pro Woche registriert. Viele Fachleute sehen in der Zuwanderung eine Chance, dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken, und fürchten, dass ein AfD-Wahlerfolg diese Entwicklung gefährden könnte.
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