Schlafmedizin: Wie gesunder Schlaf Krankheiten vorbeugt und warum Schlafwandeln rätselhaft bleibt
Wichtige Fakten
- • Optimaler Schlaf dauert 7,5 bis 8,5 Stunden für Erholung und Wachheit tagsüber.
- • Chronischer Schlafmangel erhöht Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Depression.
- • Jugendliche leiden zunehmend an Schlafstörungen durch abendlichen Medienkonsum wie Serien.
- • Ideal sind 17–22°C, Ruhe und frische Luft für die Schlafumgebung.
- • Schlafwandeln tritt in Tiefschlafphasen auf und kann durch Wecker vor Episoden verhindert werden.
Die gesundheitliche Bedeutung von ausreichendem Schlaf
Schlafmediziner Ingo Fietze betont, dass guter Schlaf essentiell für die Gesundheit ist, da er das Immunsystem stärkt und das Gehirn reinigt. Optimal sind 7,5 bis 8,5 Stunden Schlaf pro Nacht, um erholt aufzuwachen und tagsüber wach zu bleiben. Chronischer Schlafmangel über mehr als ein Jahr erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes, Depressionen und andere Erkrankungen.
Ursachen und Lösungen für Schlafprobleme
Immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene leiden unter Schlafstörungen, oft verursacht durch abendlichen Medienkonsum wie Serien und Computerspiele. Fietze rät, bei anhaltenden Problemen spätestens nach drei Monaten einen Schlafexperten aufzusuchen. Für besseren Schlaf empfiehlt er eine Umgebung mit 17–22 Grad Celsius, Ruhe und frischer Luft sowie regelmäßige Bewegung, jedoch nicht direkt vor dem Schlafengehen.
Individuelle Schlafgewohnheiten und Mythen
Es gibt unterschiedliche Schlaftypen wie Frühaufsteher (Lerchen) und Spätaufsteher (Eulen), wobei Eulen ein höheres Gesundheitsrisiko haben können. Fietze entkräftet den Mythos der Frühjahrsmüdigkeit, da Studien keinen objektiven Anstieg der Müdigkeit im Frühjahr nachweisen. Stattdessen könnten subjektive Wahrnehmungen und Umstellungen im Kreislauf eine Rolle spielen.
Neue Erkenntnisse zum Schlafwandeln
Schlafwandeln tritt in der ersten Tiefschlafphase der Nacht auf und ist ein Mischzustand zwischen Schlaf und Wachsein. Schlafforscher Hans‑Günter Weeß erklärt, dass Betroffene durch das Stellen eines Weckers kurz vor der typischen Episode oft Abhilfe schaffen können. Das Phänomen ist bei Kindern verbreitet und kann durch Stress, Alkohol oder unregelmäßigen Schlaf verstärkt werden, bleibt aber in vielen Aspekten ein Rätsel für die Forschung.
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