Armee-Ausbildungscollege Harrogate: Forderungen nach unabhängiger Untersuchung werden lauter
Wichtige Fakten
- • 176 Beschwerden über sexuelles Fehlverhalten seit 2018 am AFC.
- • 16 Anzeigen wegen Sexualstraftaten am AFC in einem Jahr.
- • 67% der Soldatinnen erlebten sexualisiertes Verhalten.
- • Ex-Sergeant Major Webber wegen sexuellen Übergriffs verurteilt.
- • Forderungen nach unabhängiger Untersuchung durch mehrere Abgeordnete.
Forderungen nach neuer Untersuchung
Nach den Berichten über sexuelle Übergriffe am Army Foundation College (AFC) in Harrogate werden die Rufe nach einer unabhängigen Untersuchung lauter. Die ehemalige Abgeordnete Sarah Atherton erklärte gegenüber der BBC, das öffentliche Vertrauen in das College könne „nur durch eine unabhängige Untersuchung wiederhergestellt werden“. Die Abgeordnete Emma Lewell, Mitglied des Verteidigungsausschusses, betonte, wenn es sich um eine andere Schule oder Wohnumgebung für Kinder handeln würde, wäre sie bereits geschlossen worden. Zwei Abgeordnete der Liberaldemokraten haben einen Brief an Verteidigungsminister Wes Streeting geschrieben und fordern eine Untersuchung der „Kultur, Führung und Schutzmaßnahmen“ am College.
Frühere Warnungen und anhaltende Probleme
Sarah Atherton, die 2021 eine Regierungsuntersuchung zu den Erfahrungen von Frauen in den Streitkräften leitete, sagte, dass Bedenken am AFC bereits vor Jahren geäußert wurden und die Daten und Beschwerden darauf hindeuten, dass die Probleme ohne angemessene Maßnahmen fortbestanden. Die Untersuchung von 2021, die auf Aussagen von über 4.200 Frauen basierte, berichtete von Vergewaltigungen, sexueller Ausbeutung von Minderjährigen und Frauen, die vor Übergriffen betäubt wurden. Sie kam zu dem Schluss, dass Frauen durch ein „zutiefst unzureichendes“ Beschwerdeverfahren „Gerechtigkeit verweigert“ wurde.
Persönliche Schicksale und neue Details
Die vier Frauen – die anonym bleiben möchten – berichteten von traumatischen Erlebnissen. Eine junge Frau, genannt Tilly, beschrieb, wie sie im Alter von 17 Jahren von mehreren Kameraden vergewaltigt wurde. Eine andere Frau, Amy, verbarrikadierte nachts ihre Tür, um männliche Soldaten fernzuhalten. Eine Ausbilderin bei einem Audit erwähnte anzügliche Bemerkungen wie „It's all about the pussy“. Die Familien der Betroffenen fordern klare Antworten und Verantwortung. Atherton fügte hinzu: „Eltern, Personal und Rekruten verdienen klare Antworten, Rechenschaft, wo nötig, und das Vertrauen, dass jede mögliche Lektion gelernt wurde.“
Offizielle Reaktionen und Unterstützung
Die Armee bezeichnete die Berichte als „extrem belastend“ und betonte, dass inakzeptables und kriminelles Verhalten „absolut keinen Platz in unseren Streitkräften“ habe. Sie verwies auf Reformen, darunter die Einrichtung des Defence Serious Crime Command, das Opfern spezialisierte Unterstützung außerhalb der Befehlskette bietet. Die Kinderbeauftragte für England, Dame Rachel de Souza, sicherte zu, dass die „entsetzlichen Angriffe“ untersucht und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Das Verteidigungsministerium erklärte, das College heiße externe Prüfung und Herausforderung willkommen und habe einige positive Bewertungen von Ofsted erhalten. Die Entwicklungen zeigen jedoch, dass der Druck auf die Verantwortlichen wächst, die Vorwürfe umfassend aufzuklären.
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