Stahlimporte bedrohen britisches Werk Llanwern trotz Schutzzöllen
Wichtige Fakten
- • Trotz 50% Zoll steigen Importquoten für Indien, Vietnam, Südkorea.
- • Llanwern produziert nur noch halbe Kapazität.
- • 900.000 Tonnen Quotenanstieg gefährdet grüne Transformation.
- • Regierung kontrolliert das System nach 12 Monaten.
- • Arbeitsplätze in britischer Stahlindustrie in Gefahr.
Überblick
Trotz neuer Schutzzölle von 50 Prozent auf Billigstahl aus Asien hat sich die Lage am britischen Stahlwerk Llanwern in Südwales verschärft. Die Produktionslinien, die für verzinkten Stahl zuständig sind, laufen nur noch halb ausgelastet. Verantwortlich dafür sind deutlich erhöhte zollfreie Importquoten – insbesondere für Indien, dessen Kontingent auf 125.000 Tonnen stieg, sowie für Vietnam auf 174.000 Tonnen.
Folgen für das Werk
Werkleiter Rajesh Nair von Tata Steel warnte bereits im Sommer. Nur zwei Monate später schlägt die Realität zu: Die Gigaliner produzieren 600.000 Tonnen jährlich, doch die Aufträge reichen nicht mehr. Laut einem Insider würden die Maschinen nicht mehr voll ausgelastet, was langfristig die Wirtschaftlichkeit des Standorts in Frage stelle.
Gefahr für grüne Transformation
Tata investiert 1,25 Milliarden Pfund in einen neuen Elektrolichtbogenofen, bis 2027 umzustellen. Doch die Quotenpolitik könnte diese Pläne scheitern lassen. Ein Stahlkundiger betont, dass anhaltende Importdruck die Machbarkeit der grünen Stahlproduktion gefährdet.
Reaktionen und Ausblick
Die britische Regierung verteidigt ihre Maßnahmen: Sie habe auf einer ausgewogenen Balance bestanden. Branchen- und Gewerkschaftsvertreter fordern jedoch ein robusteres Vorgehen gegen Wettbewerbsnachteile. Das Quotensystem soll 2027 überarbeitet werden, doch viele Experten erwarten drastische Einschnitte, falls es zu spät ist.
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