Südafrika: Neue Kommission untersucht unaufgeklärte Apartheid-Verbrechen
Wichtige Fakten
- • Eine Untersuchungskommission klärt unaufgeklärte Apartheid-Verbrechen unter Leitung von Sisi Khampepe auf.
- • Hunderte Fälle wurden nie strafrechtlich verfolgt, obwohl die TRC sie dokumentierte.
- • Ex-Präsidenten Mbeki und Zuma behinderten die Aufklärung mit Befangenheitsanträgen, scheiterten aber vor Gericht.
- • Die Kommission hat weitreichende Befugnisse wie Durchsuchungsbefehle und Vorladungen.
- • Opferfamilien wie Tshidiso Motasi hoffen auf späte Gerechtigkeit für traumatisierte Angehörige.
Neue Aufarbeitung der Apartheid
Mehr als 30 Jahre nach dem Ende der Apartheid in Südafrika startet eine Untersuchungskommission, um unaufgeklärte Verbrechen des rassistischen Regimes neu aufzurollen. Diese Kommission soll klären, warum Hunderte schwere Verbrechen, die von der Wahrheits- und Versöhnungskommission (TRC) dokumentiert wurden, nie vor Gericht gelangten. Unter der Leitung der pensionierten Verfassungsrichterin Sisi Khampepe erhält sie weitreichende Befugnisse wie Durchsuchungsbefehle und Vorladungen.
Historische Versäumnisse und politische Hindernisse
Die Stiftung für Menschenrechte wirft der südafrikanischen Politik schwere Versäumnisse vor, da politische Einflussnahme und Untätigkeit unter den Ex-Präsidenten Thabo Mbeki und Jacob Zuma die Aufklärung behindert haben. Beide versuchten, die Ermittlungen mit Befangenheitsanträgen zu verzögern, scheiterten aber vor Gericht. Die Kommission zielt darauf ab, das Vertrauen in den Rechtsstaat wiederherzustellen und Opferfamilien neue Hoffnung zu geben.
Persönliche Geschichten und Hoffnungen
Betroffene wie Tshidiso Motasi, dessen Eltern 1987 von der Apartheid-Polizei erschossen wurden, hoffen auf späte Gerechtigkeit. Eine Ausstellung im Apartheid-Museum dokumentiert diese vergessenen Fälle und unterstreicht das Leiden der Familien. Motasi erinnert sich detailliert an die Tat und hofft, dass die Ermittlungen seiner traumatisierten Großmutter, die damals die Blutlache reinigen musste, einen Abschluss ermöglichen.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.