Tempelbau-Pläne auf dem Tempelberg: Neue Spannungen in Jerusalem
Wichtige Fakten
- • Israelische Nationalisten fordern jüdischen Tempel auf dem al-Aqsa-Gelände.
- • Status Quo verbietet nicht-muslimisches Gebet auf dem Tempelberg.
- • Berichte: Israel plant Umwandlung in multi-religiöses Zentrum.
- • Sicherheitsminister Ben-Gvir ignoriert Gebetsverbot provokativ.
- • Vor 25 Jahren löste ein ähnlicher Besuch die al-Aqsa-Intifada aus.
Infragestellung des Status Quo
Die Worte des rechten israelischen Politikers Moshe Feiglin sind eindeutig: Er will auf dem al-Aqsa-Gelände in Jerusalem einen neuen jüdischen Tempel erbauen. Die Stätte ist nicht nur einer der heiligsten Orte des Islams, sondern auch die wichtigste Stätte des Judentums. Dennoch verbietet der seit Jahrzehnten geltende Status Quo nicht-muslimisches Gebet auf dem Tempelberg. Die Zuständigkeit liegt bei dem jordanisch verwalteten islamischen Waqf-Gremium.
Berichte über ukrainische Planänderungen verbreiten Angst
Berichte, wonach israelische und US-amerikanische Beamte daran arbeiten, den Status Quo aufzuheben, haben in den letzten Wochen wachsende Besorgnis ausgelöst. Ein von der israelischen Regierung geschaffenes neues Gremium soll das Gelände angeblich zu einem multi-religiösen Zentrum erklären. Die israelische Regierung dementiert dies offiziell. Jordaniens, der Golfstaaten und Ägyptens wachsende Besorgnis ist groß – sogar die britische Regierung appellierte, den Status Quo zu respektieren.
Nationalisten fordern jüdischen Tempel auf dem Tempelberg
Israels rechtsextremer Nationale Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir (ul) mischt unterdessen offen mit. In einem weit verbreiteten Video singt er den nationalistischen Song und hält israelische Flaggen auf dem Gelände in nach dem Status Quo verbotener Diktion. Für Ben-Gvir ist nur der Anfang, die jüdische Herrschaft über das Kulturgut zu beschleunigen. Vor gut 25 Jahren stieg der Likud-Politiker Ariel Sharon, damals Oppositionszens, in Begleitung von israelischem Sicherheitspersonal auf den Tempelberg – ein Besuch, der häufig als ein Auslöser der zweiten Intifada gedeutet wird, der zwischen 2000 und 2005 rund 4.000 Menschenleben kostet. Noch kann man ganz erahnen, zu was diese neue Bewegung – so unbedeutend sie auf den ersten Blick wirken mag – genau führen könnte.
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