Börsen erholen sich nach Iran-Signalen - Ölpreis bleibt hoch
Wichtige Fakten
- • Ölpreis (Brent) stieg auf 108,13 Dollar (+8%) nach Trumps Rede.
- • DAX stieg wieder über 23.000 Punkte nach Iran-Meldungen.
- • Iran verhandelt mit Oman über Maut-Regelung für Straße von Hormus.
- • Chip-Aktien (Infineon, ASML) verloren bis zu 5% durch Kriegsfolgen.
- • OPEC+ berät am Sonntag über Förderquoten-Erhöhung.
Marktreaktion auf Trumps Rede und Iran-Signale
Die Rede von US-Präsident Donald Trump zur Lage im Iran-Krieg verschreckte Anleger zunächst und beendete die Börsenerholung, doch dann meldete sich der Iran zu Verhandlungen über die Straße von Hormus. Laut Tagesschau verhandelt Teheran mit dem Oman über eine Regelung zur Kontrolle der Meerenge, wobei eine Art Maut für die Durchfahrt und eine geteilte Kontrolle geplant sind. Diese Nachricht nährte Hoffnungen auf ein Ende der Blockade und ließ den DAX seine Verluste begrenzen, sodass er am Ende sogar wieder klar über die Marke von 23.000 Punkten stieg, während US-Börsen mit leichten Gewinnen reagierten.
Auswirkungen auf Rohstoff- und Aktienmärkte
Trumps Ankündigung "extrem harter" Angriffe gegen den Iran hatte vor allem auf den Rohstoffmärkten deutliche Auswirkungen: Der Ölpreis stieg sprunghaft an, mit der Nordsee-Sorte Brent bei 108,13 Dollar am Abend, was einem Plus von etwa acht Prozent gegenüber dem Vortag entspricht. An den Rohstoffmärkten setzt sich die Erkenntnis durch, dass Öl und Gas weiterhin knapp bleiben, selbst bei einer möglichen Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Unter den Einzelwerten gerieten vor allem Chip-Aktien wie Infineon, ASML, Aixtron und Siltronic unter Druck, mit Verlusten von bis zu fünf Prozent, da ein anhaltender Krieg mit Ressourcenknappheit und unterbrochenen Lieferketten diese Branche besonders belastet.
Politische Entwicklungen und langfristige Perspektiven
Die Iran-Meldungen zur Straße von Hormus und die geplante OPEC+-Sitzung am Sonntag, bei der über eine Erhöhung der Förderquoten beraten wird, könnten die Märkte kurzzeitig stabilisieren. Allerdings bleibt die Lage unsicher, da der Krieg weitergeht und die Aussicht auf Zinserhöhungen der Notenbanken den Goldpreis belastet. Asien ist von den Lieferausfällen am Persischen Golf besonders betroffen, nicht nur bei Öl, sondern auch bei Gas und Chemikalien. Während Unternehmensnachrichten wie der Übernahmekampf um die Commerzbank in den Hintergrund geraten, deuten die anhaltenden Engpässe auf weitere Marktschwankungen hin, insbesondere für technologieabhängige Sektoren.
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