Trump verhängt neue Zölle auf Importe aus 60 Ländern
Wichtige Fakten
- • Zölle von 10-12,5% auf 60 Handelspartner, darunter EU.
- • Begründet mit unzureichenden Maßnahmen gegen Zwangsarbeit.
- • Neue Zölle ersetzen auslaufende globale Zölle von 10%.
- • EU, Kanada und Japan kritisieren die Maßnahmen scharf.
- • Öl, Gas und USMCA-Waren sind von Zöllen ausgenommen.
Hintergrund und Durchführung
US-Präsident Donald Trump hat neue Zölle auf Importe aus 60 Ländern verhängt, die von 10 bis 12,5 Prozent reichen. Betroffen sind etwa 99 Prozent aller US-Importe. Die Zölle ersetzen ein globales Zollregime von zehn Prozent, das nach 150 Tagen auslief. Begründet werden die Abgaben mit angeblichen unzureichenden Maßnahmen der betroffenen Länder gegen Zwangsarbeit. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer erklärte, dies solle ein "Menschenrechtsproblem und eine verzerrende Handelspraxis" korrigieren. Ausnahmen gelten für Öl, Erdgas, Düngemittel und Waren unter dem USMCA-Abkommen.
Reaktionen der Betroffenen
Die neuen Zölle stießen auf breite internationale Kritik. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas wies die Vorwürfe unzureichender Maßnahmen gegen Zwangsarbeit zurück und verwies auf das geplante EU-Verbot entsprechender Waren ab Dezember 2027. Brasilien bezeichnete die Zölle als "willkürlich und ungerechtfertigt" und drohte mit Vergeltung bei der WTO. Australiens Handelsminister Don Farrell forderte die USA zur Rücknahme auf. Kanada und Japan äußerten ebenfalls Bedenken. In den USA kritisierten demokratische Abgeordnete die Begründung als vorgeschoben. Experten zweifeln an der Wirksamkeit: Die Zölle könnten US-Haushalte jährlich mit mehreren hundert Dollar belasten, während das US-Handelsdefizit weiter steigt.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.