UNESCO-Bericht: Millionen Kinder weltweit ohne Schulzugang
Wichtige Fakten
- • Weltweit besuchten 2024 etwa 273 Millionen Kinder keine Schule
- • Zahl der nicht beschulten Kinder stieg siebtes Jahr in Folge
- • Nur zwei von drei Jugendlichen erreichen Sekundarschulabschluss
- • Deutschland liegt bei Bildungsgerechtigkeit hinter anderen EU-Staaten
- • In Konfliktregionen ist jedes sechste Kind von Schulausschluss betroffen
Globaler Trend
Laut dem aktuellen UNESCO-Weltbildungsbericht stieg die Zahl der Kinder und Jugendlichen ohne Schulzugang 2024 auf etwa 273 Millionen weltweit, was bereits das siebte Jahr in Folge einen Anstieg bedeutet. Besonders dramatisch ist die Situation in Konfliktregionen, wo mehr als jedes sechste Kind betroffen ist, sowie in afrikanischen Ländern südlich der Sahara, wo vor allem das Bevölkerungswachstum eine Rolle spielt. Nur zwei von drei Jugendlichen erreichen einen Sekundarschulabschluss, wofür die UNESCO Krisen, geringere finanzielle Mittel und mangelnde Bildungsgerechtigkeit verantwortlich macht.
Deutschlands Lage
Deutschland schneidet im internationalen Vergleich bei der Bildungsgerechtigkeit schlecht ab: Fast 80 % der Kinder aus wohlhabenden Haushalten erhalten eine Gymnasialempfehlung, aber weniger als 30 % aus benachteiligten Familien. Die frühe Aufteilung auf verschiedene Schulformen im Alter von etwa zehn Jahren wird stark vom sozioökonomischen Status der Eltern beeinflusst, was zu Ungleichheiten führt. Trotz jüngerer Reformen zur besseren Unterstützung benachteiligter Gruppen bleibt die Diskrepanz bestehen, wobei Kinder aus privilegierten Familien bei gleicher Leistung häufiger nachträglich auf ein Gymnasium wechseln.
Positive Entwicklungen
Hinter den hohen Zahlen verbirgt sich auch eine positive Entwicklung: Die Einschulungszahlen sind seit 2000 um 30 % auf 1,4 Milliarden Schüler gestiegen. In Ländern wie Madagaskar, Togo, Marokko und Vietnam ging der Anteil der nicht beschulten Kinder seit der Jahrtausendwende um bis zu 80 % zurück. Die UNESCO betont, dass es keine einheitliche Lösung gibt, sondern lokale Maßnahmen wie Schulpflicht, Gesetze gegen Kinderarbeit und verbesserte Infrastruktur wie Schulessen und Stromversorgung helfen können, um mehr Kindern Bildung zu ermöglichen.
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