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International 25.03.2026, 17:15 Aktualisiert: 25.03.2026, 23:06

Sechstägiger Ärztestreik in England: Verhandlungen über Gehälter und Karrierepfade gescheitert

Assistenzärzte in England streiken sechs Tage ab 7. April 2025, direkt nach dem Osterwochenende.

Wichtige Fakten

  • Assistenzärzte in England streiken sechs Tage ab 7. April 2025, direkt nach dem Osterwochenende.
  • Die Regierung bot eine 3,5%ige Gehaltserhöhung, zusätzliche Leistungen und schnellere Gehaltsprogression an.
  • Die BMA lehnte das Angebot ab, da es Reallohnverluste nicht ausgleicht und 700 Millionen Euro über drei Jahre streckt.
  • Der Streik könnte den NHS etwa 300 Millionen Pfund kosten und zu Terminabsagen führen.
  • Assistenzärzte stellen fast die Hälfte des medizinischen Personals im NHS, zwei Drittel sind BMA-Mitglieder.

Gehaltsstreit eskaliert zu langanhaltendem Ausstand

In England wird es im April zu einem sechstägigen Streik von Assistenzärzten kommen, nachdem die Verhandlungen zwischen der Ärztegewerkschaft British Medical Association (BMA) und der Regierung gescheitert sind. Der Streik beginnt am 7. April um 07:00 GMT direkt nach dem Osterwochenende und ist der 15. Ausstand seit März 2023 sowie einer der längsten in diesem Konflikt. Die BMA begründet die Aktion damit, dass die Regierung nicht genug getan habe, um ihre Gehaltsforderungen und Sorgen über Stellenknappheit zu adressieren.

Angebot und Ablehnung im Detail

Die Regierung hatte eine von der unabhängigen Vergütungskommission empfohlene Gehaltserhöhung von 3,5% für alle Ärzte angeboten, zusätzlich zu Maßnahmen wie der Übernahme von Prüfungsgebühren, mehr Ausbildungsplätzen und einer beschleunigten Gehaltsprogression durch die Gehaltsstufen. Die BMA lehnte dies ab und bezeichnete die Erhöhung als "vernichtenden Schlag", da die Gehälter inflationsbereinigt immer noch deutlich niedriger seien als 2008 und das Angebot weitere Reallohnverluste bedeute. Ein Schlüsselstreitpunkt war die Verteilung von 700 Millionen Pfund über drei Jahre, wobei die BMA die gesamte Summe im kommenden Finanzjahr forderte, während die Regierung auf eine Streckung bestand.

Auswirkungen auf das Gesundheitssystem und Kosten

Da Assistenzärzte fast die Hälfte des medizinischen Personals im National Health Service (NHS) ausmachen und zwei Drittel BMA-Mitglieder sind, droht der Streik erhebliche Belastungen für das ohnehin unter Druck stehende Gesundheitssystem. NHS-Führungskräfte warnen, dass der Ausstand schätzungsweise 300 Millionen Pfund kosten, zu Terminabsagen führen und Patienten längere Wartezeiten für Tests, Behandlungen und Operationen verursachen könnte. Beide Seiten zeigen sich verhärtet: Gesundheitsminister Wes Streeting hält das Angebot für großzügig, während die Gewerkschaft auf weitere Zugeständnisse pocht und eine sofortige Finanzierung fordert.

Verhandlungsdynamik und Zukunftsperspektiven

Die Gespräche liefen seit Januar mit Fortschritten bei Gehältern und Karrierepfaden, brachen jedoch vor zwei Wochen zusammen, als die Regierung laut BMA "die Torpfosten verschob" und die dreijährige Streckung der Finanzierung durchsetzte. Trotz der Eskalation signalisierten beide Seiten Bereitschaft zu weiteren Verhandlungen, um den Streik abzuwenden, doch die BMA betont, dass eine Einigung nur möglich sei, wenn die Regierung der vollen 700-Millionen-Pfund-Forderung im kommenden Jahr zustimmt. Dieser Konflikt verdeutlicht die anhaltenden Spannungen im NHS und die Herausforderungen bei der Beilegung langwieriger Arbeitskämpfe im Gesundheitswesen.

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