USA lockern Sanktionen gegen russisches Öl - Großbritannien warnt vor Preiswucher bei Energie
Wichtige Fakten
- • USA erlauben 30 Tage lang Kauf von russischem Öl auf Schiffen bis zum 11. April.
- • Ölpreise stiegen über 100 Dollar durch Konflikt im Nahen Osten und Iran-Krieg.
- • UK-Kartellamt überwacht Benzinpreise auf unfaire Praktiken und droht mit Strafen.
- • Britische Regierung plant beschleunigten Ausbau von Atomkraftwerken als langfristige Lösung.
- • US-Finanzminister betont begrenzte und kurzfristige Maßnahme ohne großen Nutzen für Russland.
USA lockern Sanktionen gegen russisches Öl
Die US-Regierung hat eine vorübergehende Lockerung von Sanktionen gegen russisches Öl angekündigt, um auf den stark gestiegenen Ölpreis zu reagieren. Für 30 Tage bis zum 11. April ist der Kauf von russischem Öl erlaubt, das sich bereits auf Schiffen befindet. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte, diese "eng begrenzte" und "kurzfristige" Maßnahme solle die globalen Energiemärkte stabilisieren, die durch den Iran-Krieg erschüttert wurden. Der Ölpreis war erstmals seit 2022 über 100 Dollar pro Barrel gestiegen. Bessent betonte, dass Russland dadurch keinen nennenswerten finanziellen Vorteil erhalte.
Hintergründe und weitere Maßnahmen
US-Präsident Donald Trump kündigte die Sanktionslockerung nach einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin an. Zuvor hatten die USA bereits Indien erlaubt, für begrenzte Zeit russisches Öl zu kaufen, und 172 Millionen Barrel aus der strategischen Ölreserve freigegeben. Die Internationale Energieagentur (IEA) plant zudem, 400 Millionen Barrel Öl auf den Markt zu bringen. Die USA erwägen auch, Schiffe durch die Straße von Hormus zu eskortieren, wo der Ölhandel nach iranischen Angriffen fast zum Erliegen gekommen ist.
Großbritannien warnt vor Preiswucher bei Energie
In Großbritannien hat Energieminister Ed Miliband Energieunternehmen gewarnt, die Krise nicht für Preiswucher zu nutzen. Das Kartellamt (CMA) ist in "höchster Alarmbereitschaft", um unfaire Preiserhöhungen bei Benzin und Heizöl zu verhindern, und droht mit Strafen. Miliband betonte, dass neue Erkundungslizenzen in der Nordsee keine Entlastung für Verbraucher bringen würden, und kündigte stattdessen einen beschleunigten Ausbau von Atomkraftwerken an. Die Regierung prüft auch, die geplante Erhöhung der Kraftstoffsteuer im September auszusetzen.
Politische Reaktionen und langfristige Strategien
Miliband wies Forderungen nach einer Abkehr von Netto-Null-Zielen zurück und argumentierte, dass Großbritannien die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren müsse. Schattenverkehrsminister Richard Holden kritisierte die Regierung für mangelnde Maßnahmen zur Entlastung der Haushalte. In den USA stehen Trump und die Republikaner innenpolitisch unter Druck, da die Benzinpreise den höchsten Stand seit fast zwei Jahren erreicht haben und die Zwischenwahlen im November bevorstehen. Asiatische Länder wie Japan und Südkorea haben bereits Preisobergrenzen für Benzin eingeführt.
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