Venezuela nach Maduro: Ölindustrie am Maracaibo-See zwischen Hoffnung und Stillstand
Wichtige Fakten
- • Venezuela fördert nur noch etwa 900.000 Barrel Öl pro Tag statt früher drei Millionen.
- • Der Maracaibo-See ist durch Ölunfälle stark verschmutzt, Fischer verlieren ihre Existenz.
- • Die USA haben ihr Ölembargo gelockert und Lizenzen für Investitionen erteilt.
- • Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez öffnet den Ölsektor, hält aber an alten Machtstrukturen fest.
- • Mehr als acht Millionen Menschen haben Venezuela in den letzten Jahren verlassen.
Zusammenfassung
Die venezolanische Ölindustrie am Maracaibo-See, einst Symbol für Wohlstand, ist stark verfallen und belastet die Umwelt schwer. Statt früher drei Millionen Barrel werden nur noch etwa 900.000 Barrel Öl pro Tag gefördert. Fischer wie Hector Flores kämpfen ums Überleben, da verrottete Rohre das Wasser verschmutzen und ihre Netze unbrauchbar machen. Die staatliche Ölgesellschaft PDVSA ist praktisch pleite, und Reparaturen finden kaum statt.
Politische Lage
Nach der Entführung von Nicolás Maduro durch die USA befindet sich Venezuela in einer politischen Übergangsphase. Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez, ehemals Maduros rechte Hand, öffnet den Ölsektor für internationale Investoren und lockert die staatliche Kontrolle. Die USA haben ihr seit 2019 geltendes Ölembargo als "im Grunde beendet" erklärt und Lizenzen für große Ölkonzerne erteilt. Doch Experten bezweifeln, dass unter den weitgehend intakten alten Machtstrukturen ein echter Aufschwung gelingen kann, da Investitionen Stabilität und Rechtssicherheit benötigen.
Herausforderungen
Politisch kommt das Land nur langsam voran: Rodríguez stellt freie Wahlen in Aussicht, aber nur bei Wegfall der Sanktionen und ohne konkretes Datum. Ein Amnestiegesetz für politische Gefangene verzögert sich, und Oppositionelle wie Juan Pablo Guanipa werden weiter schikaniert. Über acht Millionen Menschen haben Venezuela verlassen, und wer bleibt, kämpft mit veralteten Anlagen und Mehrfachjobs. Am Maracaibo-See bleibt vor allem die Hoffnung auf sauberes Wasser und eine bessere Zukunft für die nächste Generation.
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