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Wirtschaft 09.07.2026, 01:46 Aktualisiert: 09.07.2026, 10:02

VW-Aufsichtsrat berät über Sparpläne: Proteste an 18 Standorten

Aufsichtsratssitzung am 9. Juli 2026 in Wolfsburg mit Protesten.

Wichtige Fakten

  • Aufsichtsratssitzung am 9. Juli 2026 in Wolfsburg mit Protesten.
  • VW prüft Schließung von vier Werken: Emden, Hannover, Zwickau, Neckarsulm.
  • Geplanter Stellenabbau von bis zu 100.000 Mitarbeitern weltweit.
  • Zwei Werke sind nicht durch das VW-Gesetz geschützt.
  • Experte Bratzel warnt ohne Reform vor Abwicklung in 2–3 Jahren.

Aufsichtsrat tagt unter Protest

Der VW-Aufsichtsrat ist am 9. Juli 2026 in Wolfsburg zusammengekommen, um über das größte Sparprogramm der Konzerngeschichte zu beraten. Vor dem Markenhochhaus protestieren hunderte IG-Metall-Mitglieder und Betriebsräte gegen die geplanten Einschnitte. Die Gewerkschaft rief zu landesweiten Aktionen auf: An 18 Standorten von VW, Audi, Porsche und MAN fanden zwischen 11:20 und 14:00 Uhr Demonstrationen statt. Betriebsratschefin Daniela Cavallo kündigte erheblichen Widerstand an, falls vier Werke geschlossen und bis zu 100.000 Stellen gestrichen werden sollten. Auch IG-Metall-Chefin Christiane Benner warnte davor, die Fehler der vergangenen Jahre auf die Belegschaft abzuwälzen.

Konzernchef drängt auf radikale Einsparungen

Hintergrund der harten Sparpläne ist ein drastischer Absatzrückgang – von elf Millionen Fahrzeugen vor der Pandemie auf deutlich unter neun Millionen. Konzernchef Oliver Blume hat die Pläne nicht offiziell bestätigt, aber auf der Hauptversammlung im Frühjahr angekündigt, jeden Stein umzudrehen. Geplant ist nicht nur der Stellenabbau, sondern auch die mögliche Ausgliederung der Kernmarke und der Komponentensparte, um den Konzern schlanker zu machen. Zusätzlich erwägt VW den Verkauf unrentabler Werke an ausländische Konkurrenten. Branchenexperte Frank Schwope hält die veröffentlichten Szenarien teils für eine Verhandlungsstrategie.

Betroffene Regionen in Sorge

Der erst 2024 ausgehandelte Tarifkompromiss brachte eine Kostensenkung von 20 Prozent, reicht aber nicht aus. Trumps Zölle, neue Wettbewerber aus China und weltweite Krisen haben die Lage weiter verschlechtert. Während die Werke Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm als Wackelkandidaten gelten, sind die Standorte Zwickau und Neckarsulm nicht durch das VW-Gesetz geschützt – dort wäre eine Schließung ohne Zustimmung des Aufsichtsrats möglich. In Zwickau fürchten Händler massive Umsatzeinbrüche, und Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) warnt vor existenziellen Folgen für die Region. Branchenexperte Stefan Bratzel (Center of Automotive Management) betont: Wenn VW nicht grundlegend umstrukturiert werde, drohe in zwei bis drei Jahren die Abwicklung des Konzerns.

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