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Politik 30.06.2026, 10:07 Aktualisiert: 30.06.2026, 15:02

Wadephul in Paraguay: Fußball-Fieber und geopolitische Spannungen beim Mercosur-Gipfel

Paraguay besiegte Deutschland im WM-Sechzehntelfinale und erreichte das Achtelfinale.

Wichtige Fakten

  • Paraguay besiegte Deutschland im WM-Sechzehntelfinale und erreichte das Achtelfinale.
  • Präsident Peña rief nach dem 4:3-Sieg spontan einen Nationalfeiertag aus.
  • Wadephul nimmt in Asunción am Mercosur-Gipfel teil.
  • China dominiert Südamerika bei Rohstoffen, Deutschland will Partnerschaft stärken.
  • Mileis USA-Handeldeal und EU-Protektionismus belasten Mercosur-Einheit.

Wadephul in Paraguay: Gipfel unter WM-Euphorie

Bundesaußenminister Johann Wadephul reiste am Dienstag nach Asunción in Paraguay, um am Gipfel der Mercosur-Staaten teilzunehmen. Sein Besuch überschattet jedoch von einem sporthistorischen Triumph: Die paraguayische Nationalelf hatte Deutschland im WM-Sechzehntelfinale mit 4:3 im Elfmeterschießen besiegt. Daraufhin rief Präsident Santiago Peña spontan den Dienstag zum Nationalfeiertag aus – ganz Paraguay feierte den Achtelfinaleinzug. Auch Wadephul musste die Überraschung eingestehen: Er hatte mit einem 3:1 für Deutschland gerechnet.

Geopolitischer Kontext des Gipfels

Dennoch steht das politische Programm im Vordergrund: Wadephul will das vor Kurzem unterzeichnete EU-Mercosur-Freihandelsabkommen vertiefen und stabile Partnerschaften gegen den wachsenden Einfluss Chinas und der USA schmieden – sowohl bei Rohstoffen als auch geopolitisch. Er traf dabei auf interne Spannungen: Argentiniens Präsident Javier Milei schloss einen bilateralen Handelsdeal mit Washington ab, was in Brasília für Irritationen sorgte. Brasiliens außenpolitischer Berater Celso Amorim kritisierte protektionistische EU-Maßnahmen und warf Doppelstandards vor. Deutsche Wirtschaftsvertreter – wie der Vorstand der E-Metalle AG – begleiteten Wadephul, um die Bedeutung Südamerikas für kritische Rohstoffe wie Kupfer und Lithium zu betonen. China sei hierzu bereits viel präsenter, Europa habe zu wenig getan. Trotz gemeinsamer Interessen sind die Beziehungen nicht mehr selbstverständlich.

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